Die unerbittlichen Fünf (I/E 1966)

die-unerbittlichen-fuenfDer Amerikaner Jim hat in Mexiko sein Glück versucht – und es auch gefunden. Er betreibt eine florierende Hazienda, wird von seinen Arbeitern ob der Teilung der Ernteerträge hoch geschätzt und hat in Rosaria (Mónica Randall, „Rivalen unter roter Sonne“) die Frau fürs Leben gefunden. Das schafft nicht nur Neider, sondern auch Todfeinde. Den Gebrüdern Gonzalez, allen voran dem wortführenden Ältesten Gonzalo (Evarista Maran, „Der Mann, der kam, um zu töten“), Rosarias Cousins, sind Jims Methoden ein Dorn im Auge.

Die liberale Unternehmensführung des Gringos mehrt unter den Arbeitern der Gonzalez, schließlich wird im Familienbetrieb noch mit Inbrunst zur Peitsche gegriffen, den Unmut. Also soll ein Exempel statuiert und der unliebsame Konkurrent ausgelöscht werden. Dazu bedienen sich die Schurken des kaltblütigen Banditen Matanza (Antonio Molino Rojo, „Der Gehetzte der Sierra Madre“) und seiner ruchlosen Bande. Die erledigen den Job wie ihnen geheißen, was Jim tot und Rosaria vergewaltigt zurücklässt. Doch fünf Freunde des Ermordeten, angeführt von US-Schauspieler Guy Madison („Old Shatterhand“), machen sich auf den Weg, die grausige Tat zu sühnen.

Wirklich schwer macht man es den Rächern bei ihrer Vendetta nicht, wissen die Sombrero tragenden Unholde doch größtenteils die schlechtesten Schützen diesseits des Rio Grande in ihren Reihen. Anders ist die spielerische Überlegenheit des Quintetts gegenüber ihrer zahlenmäßig weit üppiger gestaffelten Gegnerschaft kaum zu erklären. Aber das ist nur einer von vielen Makeln in Aldo Florios („Knie nieder und friß Staub“) weitgehend belangloser Spaghetti-Tunke „Die unerbittlichen Fünf“. Dramaturgisch wirkt das oft aufgeblasen, nah an der theatralischen Überlebensgröße einer trivialen Daily Soap. Das unterstreichen an vorderster Front die Darsteller, die – den souveränen Madison ausgenommen – erschreckend hölzern agieren.

Florios Regie bleibt trotz vereinzelt gelungener Bilder fad. Die Stimmung ist, getragen von den routinierten Kompositionen Franco Salinas („Dracula jagt Frankenstein“), schwermütig, die Erzählung behäbig. Mit selten verständlicher Gemütsruhe trotten die Revolverhelden samt Rosaria, deren Sohn sich noch in der Gewalt ihrer Cousins befindet, der finalen Konfrontation entgegen. Die ist zwar manierlich in Szene gesetzt, zumal sich das Scharmützel in schmalen Straßen und engen Gassen einer mexikanischen Kleinstadt zuträgt, wiegt in seiner unspektakulären Machart aber kaum die Versäumnisse des Vorlaufs auf. Die intensivste Sequenz ist gleichzeitig die radikalste, wenn Madison den Opponenten Maran in zynischer Genüsslichkeit langsam in Stücke schießt. Doch selbst die für seine Zeit zum Teil explizite Härte täuscht nicht darüber hinweg, dass man diesen Italo-Western getrost vergessen kann.

Wertung: (3 / 10)

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