Die Lokalmatadore – Söhne Mülheims (2010, Teenage Rebel Records)

die-lokalmatadore-soehne-muelheimsDie ersehnte Rückkehr des „Männer Rock’n’Roll“: Zehn Jahre ohne offizielle Albumveröffentlichung haben der Reputation der LOKALMATADORE nicht geschadet. In der Zwischenzeit haben die Mülheimer Proll-Punks einfach von den Hits der Vergangenheit gezehrt. Wer auf Konzerten der Band mal die Sangeschöre zu „El Lokalmatador“ vernehmen durfte, weiß wovon die Rede ist.

Als dann pünktlich zu Ostern die „Weihnachts-EP“ mit sage und schreibe drei neuen Nummern erschien, war die Vorfreude auf das lang angekündigte fünfte Studioalbum, programmatisch „Söhne Mülheims“ betitelt, groß. In rotzigen Punknummern besingen El Fisch und Saufkumpane in liebgewonnener Schnoddrigkeit ihre Leib- und Magenthemen: Fußball, Ficken, Alkohol. Brisant ist diese Mischung längst nicht mehr. Ungebrochen ist jedoch ihr Spaßpotential, was bei „Saufen gehn“, „Arsch voll Kot“ oder „Zwischen Hessen und Kettwig“ zu neuen Höchstleistungen getrieben wird.

„Dreierlei Geschmack“ geht einmal mehr ins genitale Detail, während das volkstümliche „Steigerlied“ die Brücke zwischen Bergbau und Fußballtribüne schlägt. Das instrumentale BUZZCOCKS-Cover „Surfin Tolstoi“ schließlich zeigt die LOKALMATADORE von ihrer entspannten Seite, beim grotesken „Der kosmische Analphabet“ wird in Sachen Kunst gar kurzzeitig zu den KASSIERERN aufgeschlossen. An das bierselige Schunkelfest „Heute ein König… morgen ein Arschloch“, knüpfen die „Söhne Mülheims“ zwar nicht vollends an, für die nächsten Jahre sind aber wieder ausreichend verkommene Hymnen bereit gestellt.

Wertung: (7 / 10)

 

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