Die Lokalmatadore – Dicke am Damm (2012, Teenage Rebel Records)

die-lokalmatadore-dicke-am-dammDie LOKALMATADORE sind 30 geworden! Gratulation. Es ist ja schließlich nicht selbstverständlich, dass eine Gruppe Profi-Mucker (und Sänger Fisch) so lange Freude an unflätigem Popo-Punk findet. Über die Jahre haben die sympathischen Vorzeige-Asis aus Mülheim/Ruhr unvergessliche Hits eingespielt („Fußball, Ficken, Alkohol“ fasst den thematischen Kern recht ordentlich zusammen) und die Welt bereist. Oder zumindest das heimatliche Umland. Das Jubiläum ist denn auch Grund genug, die gefühlt seit Bandgründung angekündigte DVD über Walten und Wirken dieser in jeder Hinsicht extraordinären (oder extra ordinären) Tanzkapelle tatsächlich zu veröffentlichen.

Auf zwei Silberlingen bietet „Dicke am Damm“ eine musikalische Rückschau auf drei Dekaden LOKALMATADORE. Die erste hält – nach einer Video-Stadtführung durchs malerische Mülheim – Clips und Liveaufnahmen von der Gründerzeit (noch ohne Fisch am Mikro) bis ins neue Jahrtausend bereit. Karneval, Nacktheit, Bierplauze, Kneipenkeller, Schalke-Fangeplärre und Festival-Zelt (With Full Force 2004) inklusive. Bandeinführungen aus dem Proberaum gibt es auch. Macht Spaß, muss reichen. Mit einer ernsthaften Dokumentation hätte wohl auch niemand wirklich gerechnet.

Disc zwei bietet einen rund einstündigen Konzertmitschnitt vom Back to the Future Festival 2007. Bewährte Gassenhauer sind in ausreichender Zahl vertreten (u.a. „König Alkohol“, „Geh wie ein Proll“, „Anne Wand“) und Fischs in uriger Ruhrpott-Mundart ans Publikum gerichtete Ansagen sind auch steter Quell der Heiterkeit. Manchem werden zwei DVDs für 30 Jahre zu wenig sein. Aber wen schert das schon? Denn der einzige wirkliche Wehrmutstropfen bleibt, dass Schmiss aus dem Fundus der jüngsten Platte („Söhne Mülheims“), dabei insbesondere der Sofort-Klassiker „Saufen gehen“, nicht mehr ins Repertoire dieser vergnüglichen Zeitreise aufgenommen werden konnte. Naja, vielleicht zum 50. Dienstjubiläum!

Wertung: (7,5 / 10)

 

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