Die arbeitslosen Bauarbeiter – Sommer in Berlin (2012, Puke Music)

die-arbeitslosen-bauarbeiter-sommer-in-berlinKann eine Platte fehlbar sein, die mit einem Bud Spencer-Sample beginnt? Man ist gewillt laut ´Nein!´zu rufen. Aber wie Spencer ist auch der Punk in die Jahre gekommen und mehr noch längst salonfähig geworden. Vorbei sind die Zeiten, in denen Lederjacken und gefärbtes Haupthaar für Angst vor dem politischen Umsturz sorgten. Trotzdem kann und muss dies Genre der Obrigkeit in anprangerndem Ausdruck von Missstand und Verfehlung als mahnendes Korrektiv dienen. Dass daneben ausreichend Raum für die Bedienung der Spaßgesellschaft bleibt, beweisen etwa DIE ÄRZTE. Aber selbst die nutzen ihre Reichweite für (mehr oder minder) subtile Botschaften, die das soziale Miteinander augenzwinkernd rekapitulieren.

In eine ähnliche Kerbe schlagen auch DIE ARBEITSLOSEN BAUARBEITER, die mit „Sommer in Berlin“ ihr mittlerweile viertes Album vorlegen. Auf dem präsentieren die drei Hauptstädter 16 bemüht launige Nummern in ansprechend melodischer und beständig vorwärtspreschender Instrumentierung. Der letztlich entscheidende Haken ist aber, dass die Band nichts zu sagen hat. Die Texte verweilen zwischen handzahm und belanglos, widmen sich dem Urlaubswetter, der verflossenen Liebe oder der Freude an der Individualität. Hängen bleibt wenig. Viel zu wenig. Selbst für Nebenbei-Lala-Punk. Die eine oder andere (verbale) Kelle in altgedienter Bud Spencer-Manier hätte sicher geholfen.

Wertung: (5 / 10)

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