Goodtime Boys – What’s Left to Let Go (2012, Bridge Nine Records)

goodtime-boys-whats-left-to-let-goDer Bandname der GOODTIME BOYS gibt den Charakter ihrer Musik nur bedingt wieder. Auch, wenn diese definitiv in Erinnerung bleibt. Denn ihr über Bridge 9 verlegtes Langspieler-Debüt bedient die gegenwärtig heftig – und in der Masse trotzdem noch immer überraschend hochwertig – beackerte Spielwiese des Post-Hardcore. Die Rezeptur ist bekannt: Auf vokaler Ebene wird geplärrt, was die geschundene Seele hergibt und instrumental ist Ambivalenz Trumpf. Abgestanden wirkt die Platte trotzdem nicht. Im Gegenteil.

Den Unterschied macht das Songwriting, das intensive Momente in Serie bietet und zweifelsfrei das Zeug hat, in die Speerspitze des Genres vorzustoßen. Ungeachtet zahlreicher Tempowechsel bleibt der Ton beständig ruppig. Auf allzu seichte Zwischenspiele wird bei den eigenwillig verschachtelten Stücken trotz melodischen Silberstreifen am düsteren Horizont nicht verzichtet. Dafür auf wehklagende Gesangsparts. Das Organ Alex Pennies’ verfällt mitunter zwar in relative Schräglage, die Klangfarbe bleibt aber eher angepisst als melancholisch.

Gleiches gilt auch für die Songstrukturen insgesamt. Mal wird in bewährt lärmender Manier streng vorwärts geprescht („Daylight“), in der Hauptsache aber bestimmen atmosphärisch dichte Verlagerungen der Geschwindigkeit das Bild. Das führt zu bedächtig ausgebreiteten, darüber aber nicht weniger harschen Beiträgen wie „Bloom“ oder „Harrow“. So mögen die GOODTIME BOYS aus dem walisischen Cardiff nicht zwingend Quell der guten Laune sein, mächtig Eindruck macht ihr erstes Full Length dennoch. Und das nicht nur ohne Kompromisse, sondern auch ohne jeden Zweifel!

Wertung: (8,5 / 10)

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