Dick & Doof – In Oxford (USA 1940)

dick-und-doof-in-oxford„This joint is really screwy! There’s a gent over there who just said he wants his salad served undressed!” – Salat ohne Dressing Marke Stan Laurel

Was wurde sich um den internationalen Markt früher noch bemüht! Zu Beginn der Tonfilmzeit wurden in Hollywood nicht nur verschiedene Sprachfassungen produziert, sondern manche Werke für ausländische Verleihbedingungen auch verlängert. Ein solches Beispiel ist der Laurel & Hardy-Klassiker „A Chump at Oxford“, 1940 in den Hal Roach-Studios gedreht. Für die Auflagen des europäischen Marktes wurde der rund 42-minütige Streifen mit einer Einleitung versehen, um die erforderliche Marke von einer Stunde zu reißen.

Kinowelt veröffentlicht den schwarz-weißen Slapstick-Spaß (Alternativtitel: „Dick und Doof in der Schule” oder „Dick und Doof als Studenten”) unter dem Titel „Dick & Doof – In Oxford“ in der Langfassung neu und legt als Bonus den Kurzfilm „From Soup to Nuts“ (1928) bei, auf dem der nachgedrehte Prolog basiert. Stan und Olli befinden sich darin mal wieder auf Arbeitssuche und heuern als Butler-Ehepaar in reichem Hause an, wofür sich der drollige Schwachkopf Stan als Frau verkleiden muss. Chaos ist unweigerlich vorprogrammiert und nachdem der Abend im Fiasko geendet hat (siehe Salat ohne Dressing!), landen die beiden buchstäblich wieder auf der Straße – als Reinigungskräfte.

Dort vereiteln sie ungewollt einen Bankraub und werden zum Dank, schließlich wollten sie ihre Chancen am Arbeitsmarkt mit dem Besuch der Abendschule sowieso erhöhen, auf die englische Elite-Universität Oxford geschickt. Freundlich gesonnen ist man den beiden Trampeln dort nicht und so setzen die versnobten Studenten, unter denen sich der junge Peter Cushing („Frankensteins Fluch“) findet, alles daran, ihrer geistigen Überlegenheit durch demütigende Streiche Ausdruck zu verleihen. Das Glück ist aber tatsächlich mit den Dummen und so werden die feisten Oberschicht-Sprösslinge letztlich der Lehranstalt verwiesen.

Ein weiterer Handlungsstrang macht Stan, nachdem ihn ein zufallendes Fenster am Kopf verletzt hat, zum englischen Lord Paddington (Laurels Spiel mit Akzent und Mimik ist schlicht umwerfend). Fortan zählt er selbst zur geistigen Elite und kommandiert den dicken Olli nach Leibeskräften herum, bis ein weiterer Schlag aufs Haupt den Vorgang wieder umkehrt. „A Chump at Oxford“ zeigt Stan Laurel und Oliver Hardy von ihrer besten Seite. Mit perfektem Timing – man beachte den Spuk des mysteriösen dritten Arms im Heckenlabyrinth – und gewohnt schusseligen Performances überbrücken sie die Kluft zwischen Bildungsbürgern und Prekariat. Ein zeitloses Vergnügen.

Wertung: (8 / 10)

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