Counterparts – The Current Will Carry Us (2011, Victory Records)

counterparts-the-current-will-carry-usBereits mit ihrem 2011 präsentierten Victory Records-Debüt „The Current Will Carry Us“ empfahlen sich COUNTERPARTS als Geheimtipp im Segment des Melodic-Hardcore. Die grundlegende Anlehnung an die (damaligen) Label-Kollegen COMEBACK KID stellte dahingehend kein Hindernis dar. Denn die ebenfalls aus Kanada stammenden Newcomer, die gerade ein Jahr zuvor ihren Albumerstling „Prophets“ vorgelegt hatten, bewiesen vom Fleck weg großes Gespür für die Verbindung von grober Härte und melodischer Grundierung. Der ruhig eingeleitete Auftakt „The Disconnect“ etwa nimmt zunächst ständig an Wucht und Intensität zu und gibt sich in der zweiten Hälfte gar dezent vertrackten Strukturen und atmosphärischer Breite hin. Was für ein großartiger Einstieg!

Aber dabei soll es beileibe nicht bleiben. Die nachfolgenden 10 Tracks folgen dieser Blaupause mit beständig mitreißender Variierung. COUNTERPARTS sind ein Orkan, der den Hörer gehörig durchwirbelt und nicht selten in reges Staunen versetzt. Die Stimme Brendan Murphys bleibt zerrissen zwischen Wut und Trauer, die Texte künden von Selbstzweifeln und Ziellosigkeit. Perfekt unterstrichen wird das leidenschaftliche, lediglich bei „Pedestal“ kurzzeitig unterbrochene Gebrüll vom entfesselten Zusammenwirken der Instrumente. In deren Epizentrum spielt sich die Lead-Gitarre ein ums andere Mal ekstatisch in den Vordergrund. Im Vergleich zu ihren späteren Platten scheint das Gespann aus Ontario zwar noch ein wenig auf der Suche nach ihrem Sound, doch ist es gerade diese konstant knisternde innere Unruhe, die „The Current Will Carry Us“ so verdammt unvorhersehbar macht. Schon damals einfach eine Klasse für sich.

Wertung: (8 / 10)

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