Coffin Rock (AUS/GB 2009)

coffin-rockEs ist nicht einmal eine verhängnisvolle Affäre, sondern ein unbedachter Quickie in einem Moment der Schwäche, der das Leben der Mittdreißigerin Jesse (Lisa Chappell, „McLeods Töchter“) aus den Angeln hebt. Mit ihrem Mann Rob (Robert Taylor, „Storm Warning“) lebt sie in einem verschlafenen Fischerort an der australischen Küste. Der sehnlichste Wunsch des Paares ist ein Kind. Nur blieb eine Schwangerschaft bislang aus. In der Großstadt lässt Rob sein Sperma testen und während Jesse auf ihn wartet, erregt sie die Aufmerksamkeit des jungen Evan (Sam Parsonson). Der scheint ihr augenblicklich verfallen, stellt ihr nach und setzt fortan alles daran, sie zu erobern.

Dass der charismatische Jüngling ein ausgewachsener Psychopath ist, daraus macht Langfilmdebütant Rupert Glasson keinen Hehl. Geplagt von Vaterkomplexen und Selbstzweifeln wirkt er anfangs mehr bemitleidenswert denn bedrohlich. Doch als sich Jesse nach einer durchzechten Nacht mit dem seltsamen Fremden einlässt und ihn beschämt gleich wieder von sich weist, zeigt Evan sein wahres Gesicht. Zusätzlich angestachelt wird er durch ihre plötzliche Schwangerschaft. Beim nichtsahnenden Rob, der die frohe Kunde sogleich in die Gemeinde trägt, ist die Freude überschwänglich. Für Jesse, die den Seitensprung unbedingt geheim halten will, beginnt eine Zeit des Terrors.

Nach dem Regelwerk klassischer Psycho-Thriller verfolgt und belästigt Evan seine Angebetete. In der zwangsläufigen Zuspitzung ringt Glasson seinem „Coffin Rock“ nur wenig Überraschungspotential ab, was angesichts der Beteiligung von „Wolf Creek“-Produzent David Lightfood aber auch nicht weiter verwundert. Das Erzähltempo ist verhalten, der Ton geradezu nüchtern. Die überzeugenden Darsteller gestalten das soziale Umfeld glaubhaft und beugen einer klischeehaften Ausbeutung der Geschichte vor. Trotzdem fesselt der gut fotografierte Film nur bedingt. Zu kühl fällt die Beobachtung der Protagonisten aus, zu kalkulierbar strebt der Konflikt über sich mehrende Gewaltausbrüche seinem angenehm unspektakulären Ausklang entgegen. Für nachhaltig beklemmendes Genrekino ist das letztlich zu wenig.

Wertung: (5 / 10)

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