Adhesive – We Got the Beat (2000, Ampersand Records)

adhesivewegotthebeatKein Album ist wie das andere. Nur ungern legten sich ADHESIVE auf einen bestimmten Stil fest. Klar, der Punk war allgegenwärtig, nur die Spielart um ihn herum variierte stetig. Erst war es der Rock, dann der Hardcore. Ihr zur Jahrtausendwende eingespieltes Vermächtnis „We Got the Beat“ machte es wieder anders, wenn auch diesmal deutlich schlechter. Die Einflüsse entstammen zu einem guten Teil dem britischen Independent der alten Schule, werden aber in jenen Kontext rhythmisch dynamischer Neuinterpretation gesetzt, über den sich Bands wie RANDY oder gerade THE HIVES weit überzeugender zu profilieren verstanden.

Vom bei den Eiern packenden Hardcore-Punk des famosen Vorgängers „From Left to Right“ ist wenig, eher gar nichts geblieben. Der Opener „Happy End Guarantee“ lässt erahnen, wozu die Schweden dereinst imstande waren. Abseits meist eingängiger Refrains und gewohnt kampfeslustiger politischer Texte ist da aber schlicht zu wenig Bleibendes. Ihr rockiger New Wave-Punk klingt zwischenzeitlich so arg nach oben erwähnten Vorreitern, dass sich diese zuvor so mitreißende Band eigentlich schämen müsste. Sicher geht die Platte gut ins Ohr, bis auf wenige Ausnahmen aber bleibt kein Song über die Gesamtspielzeit hinaus hängen.

Die Melodien wiederholen sich derart rasch, dass die Choräle kaum mit der Kaschierung der Monotonie hinterher kommen. Von den insgesamt 16 Beiträgen der Platte hätte gut und gern die Hälfte ausgesondert werden und als Mini-Album einen augenscheinlich positiveren Eindruck hinterlassen dürfen. Die angestrebte Veränderung in Ehren, hier kann die Qualität aber einfach nicht mit der Ambition mithalten. Den Beat mögen ADHESIVE ja gehabt haben, nur muss ihnen unterwegs irgendwo die Inspiration abhanden gekommen sein. Ähnliches haben 59 TIMES THE PAIN mit ihrem Abschied „Calling the Public“ weit eleganter gelöst.

Wertung: (6 / 10)

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