Zwei bärenstarke Typen (I/USA 1983)

Bud Spencer und Terence Hill auf den Spuren von James Bond. 1983 schien der Zeitpunkt günstig. Denn „Zwei bärenstarke Typen“ entstand im Jahr von Sean Connerys (inoffizieller) Rückkehr als Agent ihrer Majestät in „Sag niemals nie“. Als Abkehr vom üblichen Prügel-Rabatz sorgt das zweifelsfrei für Abwechslung. Allerdings kann der viertletzte gemeinsame Kinoauftritt der Kult-Komiker kaum an deren große Klassiker anknüpfen. Das liegt u. a. daran, dass die deutsche Synchronfassung diesmal nicht vom legendären Rainer Brandt vorgenommen wurde und sich denkwürdige Dialogzeilen bedauerlicherweise rarmachen. Neben den unspektakulären Routine-Schlägereien bildet das größte Manko jedoch die überschaubare Gag-Dichte.

Der von Enzo Barboni („Die rechte und die linke Hand des Teufels“) unter dem bewährten Pseudonym E.B. Clucher gefertigte Film weist gerade in Hälfte eins zu viel Leerlauf auf. Vereinzelt treffliche Slapstick-Einlagen – man beachte die absurde Lenkradsuche im Fahrgastinnenraum – und der immer noch amtliche Unterhaltungswert hieven den parodistischen Klamauk in solide Fahrwasser. Das genügt für nostalgische Kurzweil; dass sie es auch in ihrem Spätwerk besser können, bewiesen die beiden aber ein Jahr später mit „Vier Fäuste gegen Rio“. Der Plot bedient sich in seinen Grundzügen beim ebenfalls von Barboni gedrehten „Zwei außer Rand und Band“ (1976), wenn das Duo Spencer/Hill auf der Flucht vor der Staatsmacht neuerlich in ein halsbrecherisches Abenteuer stolpert. Nur lassen sie sich diesmal nicht zu Polizisten ausbilden, sondern schlüpfen in die Identitäten zweier Top-Agenten.

Dafür darf Hills Begabung als Bauchredner offenbarender Weltenbummler Rosco Frazer zunächst mit Rollschuhen über den Asphalt brausen, während Spencers Doug O‘Riordan wegen Überbelegung vorzeitig aus dem Knast entlassen wird. Eine Raststätten-Keilerei später klauen die beiden einen Truck, werden von der Polizei gejagt und avancieren zu Spionen wider Willen. Als Elite-Agenten Steinberg und Mason sollen sie auf Geheiß von CIA-Leiter Tiger (spielte in ähnlicher Rolle bereits in erwähntem „Zwei außer Rand und Band“: David Huddleston) den berüchtigten Superschurken K1 (Buffy Dee, „Die Miami Cops“) zur Strecke bringen. Zu diesem Zweck checken sie als Rinderbarone getarnt in ein Luxushotel ein und ziehen rasch die Aufmerksamkeit der Verbrecherorganisation (mit von der Partie ist einmal mehr Riccardo Pizzuti, „Zwei sind nicht zu bremsen“) auf sich. Konfrontationen mit Karate-Killern und explosiven Cocktailkirschen lassen da nicht lange auf sich warten.

Spaß macht „Zwei bärenstarke Typen“ immer dann, wenn die Manierismen des Agentenfilms auf die Schippe genommen werden. Wenn die getarnten Informanten beider Parteien am Straßenrand in Eistüte oder Senftube sprechen oder die Pseudo-Spione mit Waffengimmicks ausgestattet werden, ist für treffsichere Kalauer gesorgt. Die größte Szene hält allerdings die Herleitung zum enttäuschenden Showdown auf einem Urlaubsdampfer bereit: Wenn Rosco und Doug in einer Restauranttoilette nach einer Geheimtür suchen, zieht Hill versuchsweise nicht nur ein Papierhandtuch aus dem Wandspender, sondern in gespannter Erwartung gleich mehrere. Auch die grellen Aufzüge als reiche Unternehmer – und der Cadillac mit Stierhörnern, Gewehrständer und Nutztieranhänger – schaffen Eindruck. Nur hätte der Stoff schlicht mehr hergegeben als heitere Belanglosigkeiten, seltsam müde Balgereien und einen schalen Running Gag über den wohlwollend geschönten Abschlussbericht der falschen Agenten. Nett anzusehen ist das allemal. Mehr aber auch nicht.

Wertung: 6.0 Stars (6,0 / 10)

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