Zwei außer Rand und Band (I 1976)

zweiausserrandundbandDa freuen sich die müden Augen, wenn es klatscht und kracht und Bösewichte einen Salto vorwärts machen, weil sie von der flachen Hand von Bud Spencer oder Terence Hill einen vor den Latz gebuttert bekommen. 1977 war es nach dreijähriger Pause wieder soweit und man konnte den Dicken und den Smarten wieder auf Zelluloid bewundern. In Zwei außer Rand und Band schlüpfen sie in die Rollen von Wilbur Walsh (Spencer) und Matthew Kirby (Hill). Beide beackern unabhängig voneinander den Hafen von Miami, um sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Und beide machen recht schnell Bekanntschaft mit einer fiesen Bande kleiner Ganoven, von deren Machenschaften sie zunächst nichts wissen. Was sie gemeinsam haben, ist am Ende keine Arbeit und einen kurzen Kontakt mit einem Chinesen, dessen Figur sie noch weiter verfolgen soll.

Mit leeren Taschen stehen beide nun da und Matthew überredet Wilbur, gemeinsam einen Geldtransport zu überfallen. Als dies nicht recht gelingen will, bleiben die Kassen eines Supermarktes übrig. Doch der vermeintliche Hintereingang zum großen Glück erweist sich als Eingang der Polizei-Verwaltung. Elegant überspielen die beiden ihren Irrtum und packen die Gelegenheit beim Schopfe – und werden Polizisten. In der Ausbildung unter Capt. McBride (David Huddleston) begegnen sie jenem Chinesen vom Pier wieder, jedoch taucht er diesmal tiefgekühlt im Leichenschauhaus auf. Ganz klar, der Asiat hatte zu viel gesehen und musste dafür sein Leben lassen. Doch was hatte er gesehen? Und wie stecken die Ganoven vom Anfang mit in der Sache? Die folgenden Nachforschungen bauen selbstverständlich nicht allein auf klassische Polizeimethoden.

„Zwei außer Rand und Band“ ist einer der Filme, die vielen Fans traditioneller Prügel-Komödien aus der Kindheit am besten in Erinnerung geblieben ist. Und das zurecht, denn der Film gehört ganz klar in die Spitzengruppe des Schaffens der beiden Italiener. E.B. Clucher (eigentlich Enzo Barboni,„Die rechte und die linke Hand des Teufels“) untermauert hier seinen Anspruch, für die besseren und actiongeladeneren Filme des Duos verantwortlich zu sein. Die Story ist zwar wieder nicht allzu kompliziert, dafür gibt es aber ordentlich was auf die Mappe und es setzt zahlreiche schellende Ohrfeigen und Kopfnüsse, garniert mit einer flotten Zunge.

Eine kleines Techtelmechtel des blauäugigen Terence Hill ist auch wieder zu verzeichnen, wobei in den Siebzigern noch ganz klar der Charme im Vordergrund stand und richtige Gentlemen sich noch mit zwei flüchtigen Küssen auf die Wange zufrieden gaben, ganz im Sinne der Hilfsbereitschaft. Hill und Spencer in adretter Polizeiuniform zu sehen ist ebenso ein Highlight, wie die beiden auf ihren schweren Motorrädern Streife fahren zu sehen („Ok, Chef, wir streifen“). Die fliegenden Fäuste im Football-Stadion sollten natürlich auch nicht unerwähnt bleiben. Das Field-Goal per Kinnhaken, wie man sie sonst nur bei Asterix und Obelix sieht, ist natürlich mit eingeschlossen. Beste Unterhaltung aus den besten Jahren der beiden – Daumen hoch!

Wertung: (8 / 10)

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