Rise Against – Wolves (2017, Virgin)

Es gibt sie also noch. Bands, die trotz dickem Major-Vertrag, Chartpositionen an der Sonne und Konzerten in den großen Hallen ihre Wurzeln nie vergessen haben. RISE AGAINST, die Anfang der 2000-er mit einem furiosen Mix aus Punk und Hardcore starteten, gehören heute zu den größeren Rockbands des Planeten. Dies hat sie aber nie davon abgehalten, politische und soziale Missstände aufzuzeigen und anzuprangern. Das zeigen sie – inmitten weltpolitischer Krisenherde, sozialer Missstände und einem Pausenclown als Präsidenten – wieder einmal eindrucksvoll mit ihrem achten Album „Wolves“.

Andere Bands verpacken ihre Botschaften – sofern sie denn welche haben – im Laufe der Zeit in immer leichtere musikalische Kost. RISE AGAINST lassen es auf „Wolves“ dagegen auf hohem Niveau krachen. Zwar präsentiert das Quartett wieder ein von vorn bis hinten perfekt arrangiertes Produkt, das der breiten Masse wohl noch eher schmecken wird als ganz alten Weggefährten. Dennoch klingt es insgesamt etwas härter als der direkte Vorgänger „The Black Market”. Wobei der Fokus weiterhin auf möglichst eingängigen und melodischen (Punk-)Rocknummern liegt, die einem schon morgens nicht den Tag verhageln. Das muss man gewiss nicht immer mögen, klingt bei ihnen aber eben nicht so handzahm und austauschbar wie bei anderen großen Rockbands.

Potentielle Hits hat „Wolves“ ausreichend zu bieten. Den Titeltrack zum Beispiel oder aber die hymnischen „Welcome To The Breakdown“, „Mourning In America“ oder „How Many Walls“. Gerade letztere können als typische RISE AGAINST Songs bezeichnet werden. Dick auftragen können sie ja, zumindest aber mit Niveau. Das hat sie auf der einen Seite zu einer sehr erfolgreichen Band gemacht. Ihre Relevanz aber haben sie in all den Jahren nie verloren. „Wolves“ setzt die Erfolgsgeschichte unbeirrt fort und ist dabei auch ein ziemlich gutes Album geworden. Wer will da schon groß meckern!?

Wertung: (7 / 10)

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