Raiders of the Lost Shark (USA 2015)

raiders-of-the-lost-sharkBei einem Titel wie „Raiders of the Lost Shark“ kommt Freude auf. Die Verknüpfung von Sharksploitation und Hommagierung des Originaltitels von Indiana Jones’ erstem Kinoabenteuer macht Lust auf mehr. Dazu ein Cover, das wirkt wie aus den 80ern. Damit findet der Spaß allerdings ein jähes Ende. Denn wie so häufig sind Titel und Einlegerabbildung noch das Beste an diesem Machwerk. Zweifelsfrei erkennen lässt sich das bereits an der Beteiligung von Brett Kelly als Produzent und Co-Autor. Die von ihm selbst gedrehten „Attack of the Giant Leeches“ und „Jurassic Shark“ sind filmgewordene Unverschämtheiten auf Amateurniveau. Warum also sollte der von Scott Patrick („Rise of the Black Bat“) ohne jedes Talent zusammengestoppelte Nachzügler andere Prämissen erheben?

In einem See in Ontario treibt ein Killerhai sein Unwesen. Der verputzt Wachmänner und andere ins Wasser gescheuchte Nicht-Akteure und bereitet „Drachenlady“ Janet (Catherine Mary Clark) zunehmend Kopfzerbrechen. Sie steht einem Unternehmen vor, das auf einer Insel im See geheime Forschungsprojekte vorantreibt. Also bittet sie Universitätsprofessorin Carly (Candice Lidstone) um Hilfe, die an die Existenz eines Megalodons im Gewässer glaubt und bereits ihre Schwester an das Untier verlor. Die Neugierde treibt derweil drei ihrer Studenten aufs Wasser, wofür diese den singenden Annoncen-Seemann Captain Stuben (Scott McClelland) anheuern. Hinzu kommen trottelige Polizisten und schlechte Entschuldigungen, warum es ausdruckslose Statisten in den See verschlägt. Ach ja, fliegen kann der Hai auch noch!

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist Filmschund der übelsten Sorte. Der groteske Anstrich wird zu keiner Zeit in Spaßgehalt übersetzt und was hier als Plot verkauft wird, dürfte selbst eisenharten Allessehern der Dummheit zu viel sein. Mal ist der Hai ein urzeitliches Rudiment, dann eine wissenschaftliche, genetisch manipulierte und radioaktiv verstrahlte Schöpfung. Das bringt gen Ende den verrückten Wissenschaftler Dr. Howell (Richard Groen) auf den Plan, der in der Botanik herumsteht und den Wegweiser gibt. Das nicht vorhandene Budget äußert sich neben dem gewohnten Baggersee-Setting in Off-Attacken des Hais. Der wird durch schlichte CGI oder – im Flugmodus – eine Handpuppe (!) zum Leben erweckt. Das Credo „Schlimmer geht’s immer“ wird so auf eine harte Probe gestellt.

Wertung: (1 / 10)

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