Emmure – Slave to the Game (2012, Victory Records)

emmure-slave-to-the-gameWas ist nur aus EMMURE geworden? Das Debüt „Goodbye to the Gallows“ war ein intensiv düsteres Mosh-Monster, das bei aller unbequemen Stimmungslage konstant zu fesseln vermochte. Seitdem sind fünf Jahre verstrichen, in der die Band aus Connecticut drei weitere Alben nachschob und nicht wenige der eingangs gewonnenen Fürsprecher nachhaltig verprellte. Das Niveau sank beständig, die Prägnanz wurde durch stumpfen Reißbrett-Deathcore mit bemüht komplexen Strukturen und Nu Metal-Anleihen ersetzt. Doch wer dachte, mit „Speaker of the Dead“ sei der Tiefpunkt bereits erreicht, darf sich nun als eines Besseren belehrt betrachten.

Denn „Slave to the Game“, das jüngste Output der tief gefallenen Krachschläger, vernachlässigt im Bestreben um frische Impulse den berühmten roten Faden und präsentiert ein selten homogenes und zudem merklich überproduziertes Potpourri aus Blast-Beat-Gewittern, entrückt flirrenden Gitarren und einer vokalen Mischung aus tiefen Growls und Sprechgesang. Selbstredend hat auch diese Platte ihre Momente. Allen voran beim schnörkellos gehaltenen „Cross Over Attack“ walzen EMMURE packend die Gehörgänge plan. Der Rest jedoch ist, abgesehen von progressiv angehauchten Ausbrechern („Umar Dumps Dormammu“), arg beliebig und nervt zudem mit elektronischen Zwischentönen. Das mag man in der Summe nun lieben oder hassen, von echter Überzeugungsarbeit ist die Band auf diesen Wegen allerdings denkbar weit entfernt.

Wertung: (5 / 10)

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