Emmure – Speaker of the Dead (2011, Victory Records)

emmure-speaker-of-the-deadKaum eine Band wurde den Vorschusslorbeeren so wenig gerecht wie EMMURE. Nach ihrem Debüt „Goodbye to the Gallows“ wurden die Krawall-Knappen ob ihres unerbittlich auf den Punkt geschredderten Breakdown-Marathons abgefeiert, als gäbe es kein morgen mehr. Mangelnde Konstanz stellte sich aber nicht allein mit den beiden Folgealben ein, sondern überschattete auch die Qualitäten als Live-Combo. Denn auf der Bühne blieb vom Dicke-Buxe-Sound der Konserven wenig bis gar nichts übrig. Die Diskrepanz zwischen Studioreglern und Bühnengewummer ist doch nirgends so gewaltig wie beim Hardcore.

„Speaker of the Dead“, der vierte Langspieler des Victory-Zugpferdes, macht schon mal einiges besser als der stilistisch ungelenk überfrachtete Vorgänger „Felony“. Ein wirklich gutes Album erwächst daraus trotz der grundlegend stimmigen Rückbesinnung auf die brachialen Endlosattacken des Erstlings aber dennoch nicht. Der oft überraschend kurz abgehandelte Thrash-Hardcore erschöpft sich in wiederholt abgespulten Riffs, Double-Bass-Eruptionen und barschem Gekeife mit verständlichen Klar-Nuancen. Dazwischen verfallen die Gitarren kurzzeitig in Schräglage nach Nu Metal-Manier. Abwechslungs- und Ideenreichtum sieht anders aus. An der ungestümen Wucht des Ganzen kann man sich trotzdem leicht erfreuen. Sofern die Erwartung nicht zu hoch gehängt – und vor allem nicht auf die Livedarbietungen ausgeweitet – wird.

Wertung: (6 / 10)

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