Emmure – Goodbye to the Gallows (2007, Victory Records)

emmure-goodbye-to-the-gallowsDas Leben kann frustrierend sein. Den Unterschied macht die Reaktion. Die einen versinken in Selbstmitleid, andere lassen Gewalt für sich sprechen. Wieder andere, und diese stehen hier im Vordergrund, wandeln ihre Agonie in Kreativität um. Daraus entstehen Platten wie „Goodbye to the Gallows“. Zu verantworten hat diese ein Konglomerat aus fünf Musikern von der amerikanischen Ostküste. Unter dem Namen EMMURE haben die sich ein Ventil für ihre vernebelten Gemüter geschaffen. Und was für eins.

CURL UP AND DIE und BETWEEN THE BURIED AND ME lassen grüßen, wenn die Band aus New England düsteren Hardcore mit Rock verknüpft und variables Geschrei und klare Gesangslinien darüber legt. Diese vertonte Naturgewalt bleibt unberechenbar, abgründig und wahrt doch den Blick für den Lichtstreif am dunklen Horizont. Zumindest in Teilen. Denn die Songs erzählen eine lose zusammenhängende Geschichte über Verlust und Trauer, die mit dem Freitod eines anonymen Protagonisten endet.

Wie ein wütendes Kind stampfen EMMURE mit den Füßen auf den Boden. Immer wieder. Oft wird das Tempo zurückgenommen, in derben Breakdowns verharrt. Dann wird losgelassen, Wut entladen und Verzweiflung Ausdruck verliehen. „Goodbye the Gallows“ ist ein hervorragend produziertes Debüt und eine grandiose Platte – von bedrückender Atmosphäre und bei aller Härte mit spürbarer Verletzlichkeit versehen. Kalt – soviel steht fest – lässt diese Scheibe niemanden.

Wertung: (8 / 10)

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