Jimmy Eat World – Integrity Blues (2016, RCA)

jimmy-eat-world-integrity-bluesVor allem eine Frage musste man sich als langjähriger Weggebleiter von JIMMY EAT WORLD in den letzten Jahren immer wieder stellen: Ist der Lack nun ab oder kommt da noch was? Trotz – nun ja – mittelprächtiger Alben war das alte Feuer mitnichten erloschen, was häufig begeisternde Live-Auftritte immer wieder belegten. Mit „Integrity Blues“ schafft es das Quartett nun endlich wieder, genau jene Euphorie auf einem Album zu zeigen. Vielleicht nicht so überschwänglich wie auf ihren Klassikern, doch der Weg geht zumindest in die richtige Richtung.

Ein bisschen „Clarity“-Atmosphäre drückt bereits beim Opener „You With Me“ die Stimmung nach oben. Feine Melodien und ein markanter Refrain lassen zwar den großen Aha-Effekt (noch) vermissen, doch der gelungene Einstieg wischt etwaige Zweifel erst einmal vom Tisch. In eine ähnliche Kerbe und noch etwas einprägsamer sammelt auch „Sure and Certain“ seine Pluspunkte. Mit „If Matters“ und „Pretty Grids“ folgen zwei nachdenklichere Songs, von denen letzterer fast schon etwas zu zögerlich wirkt. Vielleicht aber ist auch das die neue Marschroute. Pomp und Schnörkel zugunsten eines geradlinigeren Klangbildes einzutauschen.

Das experimentelle, verschachtelte „Pass the Baby“ zeigt die Band von einer anderen Seite. Wummernde Synthies und später rockige Gitarren sorgen für einen ungewohnten Kontrast. Mit der Wohlfühl-Nummer „Get Right“ nimmt die Band all jene in den Arm, die sich zuletzt etwas abgewandt haben. An gute (alten) Zeiten erinnert auch „Through“, einem der wohl typischsten JIMMY EAT WORLD Songs auf „Integrity Blues“. Die gute Nachricht ist, sie können es noch. Nicht nur auf der Bühne berühren, sondern auch mal wieder in den eigenen vier Wänden oder wo auch immer. JIMMY EAT WORLD setzen auf alte, liebgewonnene Muster, geben den Songs aber immer wieder etwas neues mit. Das Gleichgewicht wurde wieder (fast) hergestellt. Danke dafür, liebe Freunde.

Wertung: (7 / 10)

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