10.02.2009 – The Gaslight Anthem / Frank Turner / Polar Bear Club – Köln Underground

the-gaslight-anthem-tour-2009Dass die gesamte Tour von THE GASLIGHT ANTHEM bereits im Vorfeld als ausverkauft gemeldet wurde, überraschte. Am ehesten wahrscheinlich die Band selbst. Manche hindert das aber nicht daran, astronomische Summen bei Ebay für Tickets zu zahlen. Am heutigen Dienstag z.B. standen zwei Tickets für das Wiesbadener Konzert bei über hundert Euro. Ein Umstand, den Brian Fallon zum Ende des Konzertes hin aufnahm und die Leute bat, keine Unsummen bei Ebay für Karten zu bezahlen. Da war das Gastspiel im pickepackvollen Underground zu Köln schon fast zu Ende.

Den Anfang markierten wohl gegen acht Uhr POLAR BEAR CLUB. Von denen gab es wegen der verzögerten Anreise nur die letzten beiden Songs zu hören. Was sehr schade war, denn die Gainesville-Kante, die das Quartett dem bereits vollen Underground entgegenschmetterte, wusste zu gefallen. Ein paar Jungs in der ersten Reihe zeigten sich bereits textsicher, zeigten schön ihre Zeigefinger und grölten munter mit. Über mangelnde Zustimmung durften sich POLAR BEAR CLUB demnach nicht beklagen.

Gegen viertel vor neun dann kam ein einzelner dünner Mann aus England auf die Bühne. Frank Turner hieß dieser und er kam nur mit einer Gitarre und ein paar Brocken Deutsch, die das Eis gleich brechen ließen. Der Singer/Songwriter machte seine Sache mehr als ordentlich, Songs über Punkrock und das Töten seiner Ex-Freundin gab es zu hören. Der Sound war gut, vielerorts unterhielten sich in den hinteren Ecken die Leute aber, was angesichts der Lautstärke durchaus möglich war. Einen mehr als verdienten Applaus durfte der Brite nach etwas mehr als einer halben Stunde aber doch mitnehmen und vereinzelt waren sogar Zugabe-Rufe zu hören. Wenige Sekunden später enterte er auch schon seinen Merch-Stand, angesichts der Resonanz – kostenlose Frank Turner-Bierdeckel durfte sich jeder einstecken – hat sich sein erster Auftritt in Deutschland mehr als gelohnt.

Als THE GASLIGHT ANTHEM dann um Viertel vor zehn die Bühne betraten, war jeder auf seinem Platz und etwa 500 Menschen jubelten den Mannen der Stunde zu. Der Beginn war furios, auf viele einleitende Worte verzichtete Brian Fallon, wie allerdings das gesamte Konzert über. Nur hin und wieder gab es ein paar Worte und Erzählungen. Gerade die erste Hälfte des Sets hatte es in sich. Hit reihte sich an Hit, das Publikum in den ersten Reihen zeigte sich überaus textsicher, im vorderen Teil des Undergrounds erhoben sich Finger allerorten und verschmelzten zu einer sich ständig bewegenden Masse. Bei dem Dauerfeuer an Hits aber kein Wunder. „Boomboxes and Dictionaries“, „Great Expectations“, „Old White Lincoln“, „Senor and the Queen” oder „Red in the Morning” sorgten für Glücksmomente par Excellence.

Dder gute Sound tat sein übriges dazu. Als Punktsieger des heutigen Abends glänzte aber der Titelsong zum aktuellen Album „The ´59 Sound“. Zumindest was die Publikumsreaktionen anging. In der zweiten Hälfte des Sets wurde es etwas ruhiger, bluesiger, was sich natürlich auch auf die Zuschauer auswirkte. Zwar verfolgte dies weiterhin gebannt dem Geschehen auf der Bühne, doch erst als es zum Ende hin wieder schnellere Songs gab, ging selbstverständlich auch wieder mehr vor der Bühne. Wer nicht dabei war, hatte etwas verpasst, so viel ist sicher. Ein gutes Gesamtpaket, aber vor allem die vielleicht beste Clubband, die man derzeit sehen kann. Und den Erfolg dieser Tour darf man ihnen nur wünschen.

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