Operation Todesstachel (MEX/USA 1978)

operationtodesstachel„Die Frau muss bedienen. Dafür hat sie unser Herrgott ja erschaffen.“ – Dr. Hummel

Killerbienen beschäftigen die Filmindustrie nicht erst seit der medialen Hysterie in den mittleren neunziger Jahren. Das unterstreicht Alfred Zacharias‘ („Macabra – Die Hand des Teufels“) bereits 1978 gedrehter Horror-Heuler „The Bees“, der im deutschen den unglücklichen Titel „Operation Todesstachel“ erhielt. Aufklärungsarbeit leistet dabei bereits der einleitende Erzähler, der von der Einfuhr der aggressiven afrikanischen Biene nach Südamerika berichtet, deren Kreuzung mit einheimischen Rassen eine aggressive Unterart hervorbrachte, die sich bald über den gesamten Erdball verteilen könnte.

Nun wissen wir aufgeklärten Menschen der (damaligen) Zukunft, dass die Killerbienen zwar relativ weit verbreitet sind, aufgrund der klimatischen Gegebenheiten aber nur in bestimmten Territorien überleben können. Die Weltherrschaft der Imme, wie sie Zacharias allen Ernstes thematisiert, wird damit unweigerlich zur naiven Utopie degradiert. Als hätten wir´s nicht schon vorher geahnt! Die Konsequenz, respektive das Unvermögen, mit der er den Film aber vor die Wand fährt, kann durchaus respekteinflößende Wirkung entfalten. Mit der richtigen Einstellung (und dem adäquaten Alkoholpegel) wird daraus jedenfalls ein Heidenspaß.

Ansonsten ist der lachhafte Öko-Thriller zweifelsfrei nur schwer zu ertragen. Zu Beginn bringen Vater und Sohn Honigräuber in Südamerika die Killer-, hier Teufelsbienen, bei einem Raubzug gegen sich auf. Der Junge stirbt, worauf der Alte mit einem Mob anrückt und Dr. Miller, der die Tiere doch eigentlich genetisch besänftigen wollte, um die Früchte seiner Arbeit – und letztlich auch ums Leben – bringt. Gattin Sandra (Angel Tompkins, „Der Horror-Alligator“) gibt darauf die trauernde Witwe – wenn auch nur so lange, wie sich der Gemahl mit Bienen im Gesicht auf dem Rasen wälzt.

Ungeschickt der Beginn, ungeschickt der Fortlauf: Sandra überführt einige Exemplare der todbringenden Insekten im Schminkkoffer nach Amerika, wo John Norman (John Saxon, „Blood Beach“), ein Kollege des verblichenen Ehemannes, mit ihrem Onkel Sigmund Hummel (!) (John Carradine, „Monster aus der Tiefe“) zur Untersuchung eilt. Die Bienen aber haben sich längst zusammengerottet und geben auf die systematische Umweltzerstörung des Menschen die passende Antwort. Am Ende dürfen Norman und Sandra vor der UN für die Hautflügler sprechen und deren unglaubliche Message ohne Summen übersetzen.

Auch die furchtbare deutsche Synchronisation steuert ihr Scherflein zur erfolgreichen Zündung dieser Trash-Granate bei. Neben dem stets unpassenden Score, der eher zum Urlaubsessen als dem Weltuntergangsszenario passt, bereiten auch die dilettantischen Nebendarsteller und Komparsen Freude, die im Angesicht eines nahenden Bienenschwarms einfach in Ohnmacht fallen oder das Antlitz vor lauter Unglauben mit einem Schal zu bedecken versuchen. Ernst nehmen kann man diesen ohne jedes Geschick gefertigten Super-Schlock unmöglich. Doch maximiert gerade das den Unterhaltungswert dieses liebenswerten Humbugs.

Wertung: (4 / 10)

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