Advent – Pain & Suffering (2017, Bridge nine Records)

Wie sagte Franz Beckenbauer einst in der Werbung: „Ja is‘ denn heut scho‘ Weihnachten?“ Mit Festtagesberieselung und Besinnlichkeit haben ADVENT jedoch nichts an der Mütze. Mehr schon mit „Pain & Suffering“. Eine gewisse Leidensfähigkeit sollte auch der geneigte Zuhörer mitbringen. Denn die neue EP der eigenwilligen Hardcore-Verfechter ist wahrlich keine leicht verdauliche Kost. Der Vierer aus North Carolina wirkt ein wenig getrieben, fast manisch. Rastlos werden, wie insbesondere „Weight of the World“ offenbart, abrupte Richtungswechsel geprobt und verschiedene Elemente nach Gutdünken miteinander verbunden.

Das Comeback-Output der eigentlich längst begrabenen Formation mischt wuchtigen Hardcore mit metallischen Spitzen. Der Überschaubarkeit der alten Schule schwören sie dabei konsequent ab. Dröhnendem Innehalten folgen kreischende Gitarren folgen Gangshouts folgen Groove-Attacken. Hauptsache nicht stillstehen. Das verdeutlicht auch die Länge von „Pain & Suffering“. Für vier Tracks veranschlagen ADVENT rund 18 Minuten. Allerdings werden die nicht durchweg packend gestaltet. Bei „Shadow of Death“ etwa stellt sich rasch eine gewisse Vorhersehbarkeit ein. Doch die individualistische Prämisse trägt die Scheibe – auch dank des abschließenden, nah an der (wutschnaubenden) Verzweiflung rangierenden „BrickXBrick“. Nicht schön, aber durchaus eindrucksvoll.

Wertung: 6.5 Stars (6,5 / 10)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.