Killer Ants – Sie kommen, um dich zu fressen (USA 2009)

killer-antsEs gibt Filme, die gehen dahin wo es wehtut. Und es gibt Filme, die tun einfach nur weh. Ein gutes Beispiel ist „Killer Ants“ (Originaltitel: „Invicta“), ein kaum zu unterbietender Thriller mit Tier-Horror-Anleihen. Das könnte grundlegend nutzlosen Zeitvertreib bescheren, entpuppt sich aber rasch als ohne jeden Funken Talent zusammengeschraubter Amateur-Trash. Was immer Regisseurin, Skriptschreiberin und Produzentin Carolyn Banks („The Fire“) im richtigen Leben auch macht, um ihre Brötchen zu verdienen, sie möge bitte nicht damit aufhören!

Aber worum geht’s denn nun? Da ist das frisch vermählte Paar Cory (auch Cutterin: Jessica Gardner) und Evan (Matt Tramel), das von New York in eine texanische Kleinstadt zieht, wo er einen Posten als College-Dozent antritt. Bereits auf dem Weg ins neue Domizil wird sie während einer Rast von einer Ameise gebissen und hat bald eine große Beule am Arm. Wohl fühlt sich Schreckschraube Cory auch in der Folge nicht. Die Nachbarn benehmen sich merkwürdig, das großstädtische Leben fehlt ihr und die Ameisen blasen bald zum Angriff.

Als Evan die Gattin tot im Kühlschrank findet, spendet ihm Wissenschaftlerin Olivia (Dawn Erin) Trost. Die arbeitet als Assistentin des Biologen Hamilton Lock (Sam Damon) und hegt bald den Verdacht, er könne mit Corys Ableben in Verbindung stehen. Die Beweissammlung aber bringt sie und Evan in Lebensgefahr. Wer bis dahin nicht vor akuter Langeweile entschlafen ist oder vor lauter Fremdscham in den Fernseher gebissen hat, der kann sich an einem absolut beknackten Finale (erst im Wald, dann in der Garage) … öhm … erfreuen.

Bei dem präsentiert der speckige „Lord Sinister“ Lock eine mies am Rechner zusammengestoppelte übergroße Ameisenkönigin, deren Brut er mit Pheromonen befehligt, um die Grundstückspreise der Region in den Keller zu treiben. Ein wahrhaft teuflischer Plan! Nun könnte man vernichtender Kritik entgegenhalten, dass für No Budget-Werke wie dieses eigene Gesetze gelten. Das mag durchaus sein und rechtfertigt zumindest die steife Ein-Kamera-Optik und das Laienschauspiel. Als Entschuldigung für einen derart miesen Film, dessen titelgebende Mörderinsekten kaum mehr als eine hypothetische Gefahr bleiben, ist dies Argument jedoch absolut nichtig. Trotzdem schön, wenn der Schmerz allmählich nachlässt.

Wertung: 1 out of 10 stars (1 / 10)

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