Beneath (USA 2013)

beneath-2013Im Black Lake soll ein Monster hausen. Jonathan (Daniel Zovatto, „It Follows“) weiß um die Legende, schließlich gehört seiner Familie ein Teil des Landes, auf dem sich das entlegene Gewässer befindet. Für ihn scheint es dennoch der optimale Ort, um mit seinem Schwarm Kitty (Bonnie Dennison, „Vampire Nation“), ihrem Freund Matt (Chris Conroy), dessen Bruder Simon (Jonny Orsini) sowie – der mit dem Nachnamen Voorhees (!) versehenen – Deborah (Mackenzie Rosman, „Ghost Shark“) und Film-Geek Zeke (Griffin Newman, „Draft Day“) den Schulabschluss zu feiern. Die daran geknüpfte Rechnung ist altbekannt. Junge Leute + Hinterland + irgendwie gearteter Gefahrenherd = sicherer Tod.

Das allein aber reicht dem bewährten Indie-Filmer Larry Fessenden („The Last Winter“) nicht. Und so sorgt für die größte Gefahr einmal mehr nicht das Ungeheuer, sondern der Mensch selbst. Dafür aber muss erst die Warnung des alten Mr. Parks (Mark Margolis, „Breaking Bad“) ungehört verhallen, bloß nicht ins Wasser zu gehen. Denn was da auf Beute lauert, ist ein gewaltiger Fisch. Dessen grundlegende Hässlichkeit lässt das absolut Böse erwarten. Doch Fessenden, als Regisseur, Produzent und Cutter gelistet, versieht das Tier zwar mit einem mythischen Hauch, lässt es daneben aber einzig seinen Instinkten folgen.

Mit einem Ruderboot will die Gruppe übersetzen. Der erste Sprung ins Wasser lässt nicht lange auf sich warten – ebenso die erste Attacke. Nachdem der Fisch ein Opfer gefordert und die Paddel zerstört hat, ergehen sich die Gestrandeten in Selbstzerfleischungsprozesse. Dass dabei erst Menschen über Bord geworfen werden, bevor die mitgebrachte Ausrüstung gecheckt wird, ist dämlich. Die unverbrauchten Darsteller agieren fraglos überzeugend. Die Handlungen der Figuren wirken aber oft wenig nachvollziehbar. Dass die Protagonisten zudem weitgehend unsympathisch erscheinen und ihr Schicksal herzlich egal bleibt, mindert den grundlegenden Reiz des simplen Schockers kaum.

Bei der Figurierung des Schreckens setzen die Macher auf klassische Animatronics-Effekte. Aus dem Computer stammt einzig die Augenbewegung des Raubfischs. Das macht Eindruck. Im Gegensatz zum Skript, das artig „Der weiße Hai“ zitiert und auf „Shark Night 3D“ anspielt, bei der makabren Ausmerzung der Protagonisten aber einen durchdachten Überbau vermissen lässt. Jonathans Amulett, das vor dem Fisch zu schützen scheint, bleibt gar ohne echten Zusammenhang. „Beneath“ ist keinesfalls schlecht, überzeugt formal aber mehr als erzählerisch. Zum Pflichtprogramm wird der fiese kleine Reißer damit kaum.

Wertung: (5 / 10)

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