The Menzingers – After The Party (2017, Epitaph)

Soll die Party nun wirklich vorbei sein? Reichen zehn gemeinsame Jahre und unzählige Touren in jedem großen wie kleinen Kaff der Welt wirklich aus, um mit dieser Band langsam aber sicher das Ende einzuläuten? Natürlich nicht, aber Zeit für ein kleines Zwischenfazit darf dann schon mal sein. Denn auch die jovialen Jungspunde aus Pennsylvania sind älter und auch reifer geworden. Das hört man „After The Party“ auch an, ohne aber eine solche aus den Augen zu verlieren.

Wohin die Reise für alle Beteiligten geht, zeigt die Band früh mit dem furiosen Opener „Tellin Lies“. Zum einen lassen sie dort das letzte Jahrzehnt hinter sich („Now That Our Twenties Are Over“), wischen musikalisch zugleich jedweden Staub von ihren Instrumenten. Man positioniert sich selbstbewusst, lässt keine Zweifel aufkommen und geht mit dem Opener schnurstracks nach vorn. Was auch nach dem etwas nachdenklicheren, aber nicht minder melodischem „Thick As Thieves“ auffällt, ist das sichere Gespür für großartige Melodien und Refrains. „Lookers“ zum Beispiel sticht auch wegen seinem warmen, hymnischen Refrain trotz diverser Hits noch ein bisschen mehr heraus. Ähnliches gilt für das treibende, ebenfalls sehr positiv klingende „Charlie´s Army“. Nur zwischendurch lassen es THE MENZINGERS mal etwas ruhiger angehen. „Black Mass“ ist was zum Runterkommen, bevor „Bars“ und auch „Bad Catholics“ wieder an der Hitschraube drehen.

„After The Party“ reiht sich nahtlos in ihre bisherigen Veröffentlichungen ein. Das Album wirkt frisch und unverbraucht zugleich. Es klingt an vielen Stellen typisch, offenbart aber eben auch eine größere Lockerheit. Es rüttelt nicht so an den Gefühlen des Hörers, wie wie es bspw. „On The Impossible Past“ tat. So darf – nein Muss! – die Party auf jeden Fall weitergehen.

Wertung: 8.0 Stars (8,0 / 10)

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