Kindergarten Cop 2 (USA 2016)

Bei „Kindergarten Cop 2“ fühlt man sich unweigerlich an die vielen für den Videomarkt produzierten Fortsetzungen erinnert, die kurz nach der Jahrtausendwende die Videotheken geflutet haben (siehe „Eiskalte Engel 2“, „Hollow Man 2“ oder „8 MM 2“). Dabei genügte ein populärer Titel aus dem Kinoprogramm der vergangenen Saisons, der Rest war mit Namen aus der zweiten Reihe aufgewärmte Unterhaltungskost ohne Mehrwert. Das trifft auch auf den späten Nachklapp der Erfolgskomödie „Kindergarten Cop“ zu, in der Action-Ikone Arnold Schwarzenegger 1990 unter Beweis stellte, dass ihm auch komische Rollen liegen.
An seiner Stelle übernimmt Dolph Lundgren („The Expendables“) den Part des undercover in einer Tagesverwahrungseinrichtung für Kinder ermittelnden Bundesbeamten. Statt eines Österreichers nun also ein Schwede. Lundgren selbst soll gezögert haben, die ihm erst kurz vor Drehbeginn angebotene Rolle anzunehmen. Verdenken kann man es ihm kaum. Denn Ironie, das hat Lundgren wiederholt bewiesen, bringt er mit. Aber echtes komödiantisches Timing? Tatsächlich liegt das relative Scheitern des Films nicht an ihm. Es ist eher das weitgehend uninspirierte Drehbuch, das die überraschungsfreie Wiederholung der Geschichte nie von der Hand zu weisender Beliebigkeit preisgibt.
Der Auslöser für Lundgrens toughen FBI-Agenten Reed, im elitären Kindergarten anzuheuern, ist der albanische Gangsterboss Zugo (Aleks Paunovic, „Snowpiercer“). Der will um jeden Preis seine von Reed ins Zeugenschutzprogramm überführte Gespielin aufspüren, bevor die vor Gericht gegen ihn aussagen kann. Gerade recht kommt dem Unhold, dass die Datenbank des FBI mit allen Informationen über die neuen Identitäten der landesweiten Zeuginnen und Zeugen gehackt wurde – und von einem verstorbenen Erzieher in besagtem Kindergarten versteckt wurde. So weit, so umständlich. Und so muss Reed mit Fernunterstützung seines Partners Sanders (Bill Bellamy, „Love Stinks“) bald eine Gruppe aufmüpfiger Kids hüten, die den muskulösen Staatsdiener schnell an die Grenzen seiner Kräfte bringen.
Seine besten Momente hat der von Don Michael Paul (durch Filme wie „Jarhead 2“ mit späten Video-Fortsetzungen vertraut) gedrehte Film, wenn Reed versucht, den durch „liberal bullshit“ unterfütterten Lehrplan mit seiner Vorstellung der Realität abzugleichen. Dabei erhält die Fortsetzung momentweise eine zeitgemäße und zugleich unterschwellig satirische Note. Nur werden die spärlichen originellen Ansätze vom naturgemäß kindlichen Humor und Reeds Romanze mit Erzieherin Olivia (Darla Taylor, „Killer Photo“) überlagert. Obendrauf setzt es krampfhaft lustige Nebenfiguren wie Technik-Lehrer Hal (Michael P. Northey, „V for Vengeance“), unter dem Strich bleibt „Kindergarten Cop 2“ aber so verzichtbar wie das penetrante Produkt Placement eines namhaften Schokoriegelherstellers.