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Diamond Dogs (CN/CDN/USA 2007)

22. Mai 2026· von Thomas3.5 / 10
Diamond Dogs (CN/CDN/USA 2007)

„A curse works if everyone is dead.“ – Ronson

Seit Jahrzehnten ist Dolph Lundgren gut im (Film-)Geschäft. Gelegentlichen Kinoauftritten (etwa in den „Expendables“-Filmen) stehen in der Hauptsache aber B-Produktionen fürs Heim-Entertainment gegenüber. Zu denen muss auch der 2007 gedrehte „Diamond Dogs“ gezählt werden, in dem der kantige Schwede den abgehalfterten Muskelberg Ronson (leider ohne den Vornamen Charles!) spielt. Der fristet in der Mongolei ein eher tristes Dasein und hält sich abseits des wenig einträglichen Security-Geschäfts mit illegalen Faustkämpfen über Wasser. Allerdings lassen sich Polizei und Gläubiger damit nicht dauerhaft vom Leib halten.

Um die angehäuften Schulden zu begleichen, kommt ihm das Angebot des vermögenden Chambers (mit partiellem Hang zu mimischer Übertreibung: William Shriver, „Last Hour“) gerade Recht: Er bietet Ronson 100.000 US-Dollar, um eine von ihm geführte Expedition als Sicherheitschef zu begleiten. Ziel der Mission, an der auch Chambers chinesische Stieftochter Anika (Nan Yu, „Wolf Warrior“) teilnimmt, ist es, eine kostbare buddhistische Reliquie zu finden. Nur ist an der auch der russische Gangster Zhukov (Raicho Vasilev, „Command Performance“) interessiert, der erst erfolglos versucht, Ronson für sich zu gewinnen, und Chambers Pläne anschließend mit Waffengewalt zu durchkreuzen gedenkt. 

Der kostengünstige Schnellschuss, der immerhin mal nicht wie in jener Zeit üblich in Osteuropa heruntergekurbelt wurde, bietet einiges. Nur eben wenig Positives. Die Darsteller bleiben weitgehend gesichtslos und die Action vollzieht sich ohne nennenswerte Höhepunkte. Hinzu kommt der Handkameraeinsatz, dessen schlichte Bildwelten auch keine Vorzüge kreieren. Lundgren trägt die Geschichte mit Routine, außerhalb bewährter Schablonen wird ihm aber nichts weiter abverlangt. Also führt er Chambers & Co. durchs bergige Nirgendwo, gibt den Kenner von Kultur und Gebräuchen und knallt nebenbei ein paar Banditen vom Pferd – dabei darf das Kunstblut auch mal die Kameralinse benetzen. Denn natürlich ist Ronson ehemaliger Elitesoldat, den der Verlust seiner Einheit aber ins asiatische Abseits getrieben hat.

Da das aber auch keine weitere Relevanz hat, wird in Hälfte zwei die Frequenz der Actionszenen erhöht. Dabei pflügt Ronson bei Nacht auch mal im „Rambo“-Modus durch die Gegnerschaft, viel zu sehen ist angesichts der wackligen Kamera aber wenig. Dass Lundgren den ursprünglich mit der Regie betrauten Shimon Dotan („Sworn Enemies“) beim Großteil des Drehs abgelöst haben soll, bringt dabei auch keine Vorteile mit sich. Also winkt bei der Bergung des Artefakts „Indiana Jones“ auf Sparflamme und der angeflanschte Fluch führt auf dem beschwerlichen Rückweg zu allerlei Todesfällen. Wobei die eher von Zhukov und seinen Handlangern ausgehen. Nach dem Magerkost-Showdown in einem Kloster ist jedenfalls fast niemand mehr auf den Beinen und Ronson fängt praktisch wieder bei null an. Da hätte man sich den Film auch gleich schenken können...