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Altitude (USA 2017)

25. Mai 2026· von Thomas2.5 / 10
Altitude (USA 2017)

„You need to adjust your attitude, bitch.” – Hier sitzen nicht mal die Einzeiler: Gretchen

Auch namhafte B-Actionhelden brauchen Abwechslung. Und da Komödien für die Van Dammes und Adkins eher weniger hoch im Kurs stehen, müssen es eben gelegentliche Schurkenrollen richten. Und so gibt B-Star Dolph Lundgren („Dark Angel“) in „Altitude“ den Bösbatz vor der Stange, verdient sich den Gagenscheck aber vorrangig durch Herumsitzen in einem Pilotensessel. Die Hauptrolle nimmt Denise Richards („Starship Troopers“) ein. Die war mal aufstrebender Jung-Star und Bond-Girl (in „Die Welt ist nicht genug“), muss sich im neuen Jahrtausend aber offensichtlich mit Engagements in drittklassiger Thriller-Kost begnügen.

Als FBI-Verhandlungsspezialistin Gretchen Blair versucht sie zu Beginn, eine Geiselnahme ohne Blutvergießen zu beenden. Da sie sich dabei allerdings über sämtliche Befehle hinwegsetzt, wird sie zu einem Schreibtischjob verdonnert. Um den anzutreten, muss sie mit dem Flugzeug reisen – das natürlich prompt von Gangstern (mit dabei: Ex-UFC-Fighter Chuck Liddell, „Acceleration“) um Lundgrens Strippenzieher Sharpe gekapert wird. Die haben es auf Terry (Kirk Baker, „Arthur & Merlin“) abgesehen, der die Bande übers Ohr gehauen hat; und sich natürlich sofort an Gretchen ranschmeißt. Bevor sein Gebalze aber durch Sharpe und seine betont diabolische Ex-Freundin Sadie (Greer Grammer, „Awkward.“) unterbunden wird, steht aber erst einmal eine bizarre Sicherheitseinweisung mit Gesang und Tanz an, bei der es ein Wiedersehen mit dem einstigen Kinderstar Jonathan Lipnicki („Stuart Little“) gibt. 

Der Rest ist klischeehafte Anlehnung an „Passagier 57“ (1992), wenn Gretchen den Flugzeugentführern Paroli bietet. Dabei kommt ihr entgegen, dass sie den Flugzeugtyp qua ihrer Profession kennt wie ihre Hosentasche. Natürlich ist auch bei „Altitude“ nicht alles Käse. Tatsächlich gelingen Regisseur Alex Merkin („Across the Hall“) vereinzelt stimmige Szenen, etwa wenn der geschwätzige Terry ob Sharpes erstem Auftritt aus der Unschärfe Schnappatmung bekommt. Dass der Film aber vor allem durch die schmalen Produktionsmittel gehemmt wird, unterstreichen neben den statischen Sets auch die unübersichtlich gefilmten Actioneinlagen. Im Schlussdrittel, mit Flugzeug-Zwischenlandung und Turbostart, ist das Geschehen zwischen dunklen Sets, Kamerageschüttel und CGI-Feuer kaum mehr zu erkennen. Es liegt auf der Hand, dass der unterbeschäftigte Lundgren nur als Zugpferd für die Action-Klientel verpflichtet wurde. Gerade die kommt bei dieser Low-Budget-Sause aber überhaupt nicht auf ihre Kosten.