Zwei sind nicht zu bremsen (I 1978)

zweisindnichtzubremsenGlückspiele sind eine Sache, die im Allgemeinen als verwegen und unschicklich gelten. Dennoch – oder gerade deswegen – werden sie als Thema in vielen Filmen aufgenommen und die verrauchten und geheimen Pokerrunden gehören nicht nur in Gangster-Filmen zum guten Ton. Grund genug, dass sich auch Bud Spencer und Terence Hill auf diesem Gebiet bewegen sollten. Zwei sind nicht zu bremsen beginnt damit, dass die Fähigkeiten des Alleskönners und Marine-Mitarbeiters Johnny Firpo (Hill) von seinen Vorgesetzten hoch eingeschätzt werden und er den Auftrag bekommt, das in der Gegend grassierende illegale Glückspiel von Bandenführer und Casino-Betreiber Caraboules (Luigi Catenacci, „Zwei außer Rand und Band) und seiner Gang aufzudecken.

Doch wer wäre der geeignete Partner hierfür? Einen besseren als Charlie (Spencer) kann es nicht geben, denn jener verdiente sich eine lange Zeit als professioneller Glückspieler eine goldene Nase, hat diesem Metier aber schon seit geraumer Zeit abgeschworen. Es beginnt also der Überzeugungskampf von Johnny, Charlie wieder zum zocken zu bewegen und danach die Jagd nach der Bande, die natürlich nicht ganz ohne zerkleinerte Inneneinrichtungen und kesse Sprüche auskommt. Dabei fällt zuerst jedoch die Langatmigkeit der Story auf. Man ist es ja gewohnt, dass sich die beiden zu Beginn der Filme nicht sonderlich gut verstehen, dann aber schnell das Kriegsbeil begraben müssen, weil die erste Trachtprügel ansteht.

Eigentlich geht es ganz gut los (grandios: „Horsche mol, hast Du so´n Fettschwabbel gesehen, so´n Zweischläfrigen mit Gesichtsmatratze?“) und es fliegen schon recht schnell die Fetzen. Danach wird aber stark nachgelassen. Diesmal ist der gegenseitige Verdruss noch in die Haupthandlung mit eingebaut und zieht sich wie ein Kaugummi. Mitten im Film stellt sich quasi fast nebenbei ein, dass die beiden Geschwister sind und sich bis dato nur auf Grund eines wechselhaften Familienoberhaupts nicht kennen gelernt haben. Eines der unbestreitbaren Highlights ist allerdings ganz klar Bud Spencer im Babykostüm mit Schnuller im Mund.

Nebenbei erwähnt: Auch in „Das Krokodil und sein Nilpferd“ aus dem Folgejahr trägt Bud während des gesamten Films einen Schnuller um den Hals und behandelt ihn mit höchster Vorsicht. Schlägereien gibt es natürlich wieder en masse, besonders die Kameraführung aus Sicht des Opfers ist eine lustige Idee und neu für diese Filme. Aber insgesamt krankt der Film an mangelndem Einfallsreichtum. Dabei sollte Regisseur Sergio Corbucci es doch eigentlich besser wissen, siehe die ebenfalls eher mittelmäßigen „Zwei Asse trumpfen auf“ und „Der Supercop“. Zwar hat der Film seine lustigen Momente und zotige Kalauersprüche, aber insgesamt hat man das Knüppel-Duo schon überzeugender gesehen.

Wertung: (5 / 10)

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