Zombies Hell’s Ground (PAK 2007)

hellsground„You are on the road to Hell my children!“ – Deewana, der pakistanische ´Crazy Ralph´ („Friday the 13th“)

Omar Khan ist Besitzer einer Eissalon-Kette in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad – und darüber hinaus großer Liebhaber (westlicher) Genrekost. Eines Tages fragte sich der Filmkenner, weshalb es bisher nicht auch aus seiner Heimat stammende Zombie-, Serienkiller- oder Gorefilme geben sollte? Masallah, gegen diese Ungerechtigkeit musste doch was unternommen werden! So entschloss er sich Teile der Einnahmen aus dem Speiseeis-Business für den ersten richtigen pakistanischen Zombie-, Serienkiller- oder Gorefilm zu investieren.

Die (ähm) Geschichte für „Zibahkhana“ (Schlachthaus in Urdu) ersann Khan sicherlich bevor ihm das Barfi-Eis in der Waffel schmelzen konnte: Fünf Jugendliche nehmen auf ihrem Weg zum Konzert der „härtesten Band Pakistans“ die falsche Abkürzung, geraten an Zombies sowie eine verrückte Einsiedlerfamilie und sterben genregemäß qualvolle Tode. Die bunt zusammengewürfelte Truppe besteht (natürlich) aus einer dauerkiffenden Bitch („Fuck! Kein verficktes Netz!“), einem Filmfreak (schläft mit einem „Maniac“-Poster über dem Kopf), einem armen, christlichen Jungen (wohl das pakistanische Pendant zum Afroamerikaner in US-Produktionen!), dem netten Love Interest des Survivor Girls (kifft sogar weniger als die anderen!) und natürlich dem ebengenannten Finalmädchen (eine überaus gläubige Muslima).

Diese zu Fleisch gewordenen Klischees lässt man zuerst einen „Wrong Turn“ vollziehen, um am „Cabin Fever“ vorbei zu sausen und direkt in „…of the Dead“ zu landen. Doch sie können entkommen, ohne aber zu ahnen, dass beim „…Chainsaw Massacre“ das „Texas“ durch „Punjab“ ersetzt wurde. Dass hinter dem hanebüchenen Konzept wirkliche Horror-Liebhaber standen, ist „Zombies Hell´s Ground“ deutlich anzumerken. Die Protagonistin trägt nicht zufällig den Kosenamen Ash, ebenso ist die oftmals gewollt billige Ausleuchtung der bedrohlichen Waldhütte unübersehbar an Raimis Meilenstein „The Evil Dead“ angelehnt. Die zombifizierten Menschen hingegen (durch verseuchtes Wasser infiziert) scheinen direkt aus dem Fulci-Universum zu stammen, woher auch die ziemlich amateurhaft wirkende und unverzichtbare Szene entliehen wurde, in der die Untoten Gedärme aus Körpern reißen und diese verspeisen. Da muss nicht nur eine der vermeintlichen Leichen unübersehbar lachen.

Bei diesen, nennen wir es freundlicherweise Zitaten, bleibt es keineswegs, so dass das geschulte Auge noch viel Bekanntes zu entdecken haben wird. genau da liegt das Problem. Wenn schon eine Exklusivität wie ein pakistanischer Horrorfilm, dann darf dieser doch nicht zum größten Teil als bloßer Epigone bekannter westlicher Namen daherkommen! Es reicht einfach nicht, fünf Pakistani-Twens im filmisch amerikanischen Verhaltenskodex auf eine Tour de Force zu schicken, die man eben nicht nur in US-Beiträgen schon zigmal gesehen hat. Dass der Morgenstern statt Kettensäge schwingende Killer im Verlauf als ein Burka (!) tragender und schwer atmender Psychopath (inklusive verrückter Mami und ebenso durchgeknallten Bruders) gezeigt wird, hat sicherlich seinen Reiz. Nichtsdestotrotz bleibt er einfach eine pakistanische Kopie von Leatherface – in einer Szene darf er sogar wie das populäre US Äquivalent seine Metzegrqualitäten zur Schau stellen. Das ist nicht exotisch, das ist einfach nur geklaut. Wenn auch sicher nicht schlecht.

Regisseur Khan hätte sich eindeutig auf eine Thematik festlegen sollen – entweder Zombies oder Terror. Sein wilder, oft mit passender (!) Bollywood-Musik untermalter Mix, der zum Schluss leider ins Öde abdriftet (durch den Wald rennende und kreischende Mitzwanziger hängen uns zum Hals raus!), ist für ein Land wie Pakistan sicherlich ein mutiger Kino-Schritt. Gerne kann da auch noch mehr kommen. Allerdings wäre mehr Eigenständigkeit mehr als begrüßenswert.

Wertung: (4 / 10)

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