Zombieland (USA 2009)

zombieland„We all are orphans in Zombieland.“ – Columbus

Irgendwas ging schief. Schließlich heißt Amerika jetzt „Zombieland“. Wieder einmal wurden die USA von einer Epidemie überrollt, die Infizierte (und Tote) in rasende Menschenfresser verwandelt. Überlebt haben nur wenige – zumeist die körperlich trainierten. Dem Theorem des „Survival of the Fittest“ entsprechend geht es den Übergewichtigen zuerst an den Kragen. Denn dem Sturmlauf der Untoten kann dauerhaft nur entrinnen, wen die Kurzatmigkeit nach einem spontanen Sprint nicht gleich zur sicheren Beute stempelt. Doch das Regelwerk der Vorsichtigkeit geht noch weiter.

Erstellt wurde es von einem jungen Außenseiter (Jesse Eisenberg, „Hunting Party“), der, im Sinne emotionaler Distanz, den Namen seiner Heimatstadt Columbus erhält. Zur Selbsterhaltung spielt er nie den Helden, denkt im Auto immer an den Sicherheitsgurt und verpasst Zombiehäuptern stets einen Sicherheitsschlag. Oder eine Sicherheitskugel. Vor der Katastrophe blieb der neurotische Stubenhocker meist daheim. Der Verlust von Freunden und Familie hält sich somit in Grenzen. Bis er im kauzigen Draufgänger Tallahassee (Woody Harrelson, „2012“) einen ungleichen Gefährten findet.

Zögerlich verbünden sich die beiden mit dem resoluten Mädchen-Duo Wichita (Emma Stone, „Superbad“) und Little Rock (Abigail Breslin, „Little Miss Sunshine“), die ihnen gleich mehrfach den Wagen stibitzen und Erinnerungen einer unbeschwerten Kindheit mit dem Besuch eines kalifornischen Vergnügungsparks erhalten wollen. Über zombifizierte Gefahren, Columbus wachsende Zuneigung zu Wichita und die Leiche Bill Murrays – der Starkomiker („Ghostbusters“) gibt sich die Ehre einer herrlich überdrehten Selbstparodie – nimmt die skurrile Ersatzfamilienbildung ihren Lauf.

Ruben Fleischers Horror-Groteske bringt als Ehrerbietung an Romero und Co. alle Versatzstücke ein, die das Stimmungsbild einer ironisch entzerrten Untoten-Invasion prägen sollten. Neben visuellem Einfallsreichtum (die Einblendung des goldenen Regelkatalogs) und meist gelungenem Dialogwitz sind es die unterschwellige Melancholie und der satte Splatter-Anteil, die „Zombieland“ über die bloße Parodie hinausgreifen lassen. Ein zweiter „Shaun of the Dead“ ist der muntere Streifen zwar nicht geworden, ein fester Platz im Herzen eines jeden Genre-Freundes sollte ihm aber dennoch sicher sein.

Wertung: (7 / 10)

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