Zombie Lake (F/E 1980)

zombielakeDie Geister der Gefallenen Soldaten des zweiten Weltkrieges ruhen auch sechzig Jahre nach dem Sieg über Nazi-Deutschland nicht in Frieden. Wie könnten sie auch, wo doch allein unzählige Wehrmachtsangehörige auf den Schlachtfeldern dieser Erde ihr Unwesen als todbringende Zombies treiben. „Le Lac des morts vivants“ – besser bekannt unter den Titeln „Zombie Lake“ und „Sumpf der lebenden Toten“ – ist ein weiterer unrühmlicher Vertreter seiner Zunft. Hier bringt ein fauliger Trupp deutscher Stahlhelmträger reichlich Ungemach über ein französisches Dorf – und den Zuschauer wahrlich zum Wiehern vor lachen.

Das Skript stammt aus der Feder von Schmuddelregisseur Jess Franco („Jack the Ripper – Dirnenmörder von London“), die Inszenierung verbrach Jean Rollin („Die Vergewaltigung des Vampirs“). Und dies Traumduo des schlechten Geschmacks bewirkt am unteren Ende der kinematografischen Nahrungskette „großartiges“. Denn die kurz vor Kriegsende von Partisanen niedergeschossenen und anschließend in einem verfluchten See versenkten Schergen des Dritten Reichs spotten jeglicher Umschreibung. Geschminkt in fahlem Grün und gern mal unter Wasser dicke Backen machend wartet Hitlers Stolz geduldig auf dralles Frischfleisch.

Doch nicht nur die Masken sind elend billig in diesem schallenden Unsinn mit promillebegünstigtem Spaßfaktor. Die wenigen Goreszenen beschränken sich auf dilletantisches Kunstblutklecksen, die Unterwasseraufnahmen sind offenkundig in einem Schwimmbecken entstanden. Dabei bleibt die Deckenbeleuchtung ebenso deutlich sichtbar, wie die Markierungen der Bahnen. Auch die hölzern agierenden Darsteller – darunter Antonio Mayans („Cannibal Terror“) Burt Altman („Jungfrau unter Kannibalen“) und Nadine Pascal („Julchen und Jettchen, die verliebten Apothekerstöchter“) – steuern ihren Part zum allgegenwärtigen Unvermögen bei.

Ein Hauch von Handlung weht zumindest in Rückblicken über den „Zombie Lake“. Denn geflochten in das grausige Schicksal der überraschend human figurierten Deutschen findet sich eine zarte Liebesgeschichte. Wehrmachtsoffizier Karl (Howard Vernon, „Delicatessen“) verliebt sich während der Kriegswirren in die Französin Helena (Anouchka, „Mondo Cannibale 3 – Die blonde Göttin“). Doch das Glück ist nicht von Dauer. Karl wird im Hinterhalt getötet, Helena stirbt bei der Geburt der gemeinsamen Tochter. Die ist es auch, die dem Ungemach des untoten Vaters Einhalt gebietet und sein vermodertes Herz erweicht.

Mit „Zombie Lake“ hat sich Jean Rollin – hier als J.A. Laser aktiv – wahrhaftig nicht mit Ruhm bekleckert. Von Jess Franco – verborgen hinter dem Pseudonym A.L. Mariaux – ist man ohnehin nichts besseres gewohnt. Nicht umsonst legte der emsige Fließbandregisseur zwei Jahre später mit „Oase der Zombies“ einen ähnlich konstruierten Beitrag vor. Um das verwunschene Gewässer von „Le Lac des morts vivants“ sollte man also einen denkbar großen Bogen schlagen. Denn die einzigen Schauwerte dieses hanebüchenen Machwerks sind ein paar blanke Titten. Wem das nicht zu denken gibt, der wird womöglich auch hier auf seine Kosten kommen.

Wertung: (2 / 10)

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