Zombie King and the Legion of Doom (CDN 2003)

zombiekinglegionofdoom„Zombies kann man nicht trauen.“ – Blue Saint

Der kalkulierte Trash wirkt oft verkrampft. Was durch unfreiwillige Komik zum Klassiker wird funktioniert bei gewolltem Unsinn nur selten. Natürlich gibt es Ausnahmen. Die Filmographie von B-Star Bruce Campbell ist voll davon. „Zombie King and the Legion of Doom” hingegen ist kein gelungener Vertreter seiner Art. Dabei ist das Konzept nicht ohne Reiz: Eine maskierte Wrestlingtruppe nimmt es mit einem Schurken und seiner Bande von Untoten auf.

Neu ist die Idee allerdings nicht. Der mexikanische Billigfilm ist voller Ringer im Kampf gegen Monstren und Mutanten. Freunde des Absurden lieben diese Streifen. Sie tragen Titel wie „Rock ´N Roll Wrestling Women vs. the Aztec Mummy“. An ihnen orientierten sich auch die Argentinier Pablo Parés und Hernán Sáez, als sie um die Jahrtausendwende zwei „Plaga Zombie“-Filme herunterkurbelten. Ihrer Tradition verbunden ist auch Stacey Cases „Zombie King“. Doch er funktioniert einfach nicht.

Bereits 2003 reanimierte Case das Subgenre mit „Zombie Beach Party“. Die gleichen Schauspieler beschreiten auch die Fortsetzung. Wrestling-Star und Superheld Ulysses (Jules Delorme, „Space Virus“) bekommt es abermals mit Zombie King (Nicholas Sinn) und seinen Schergen zu tun. Die haben die schleichenden Fleischfresser aus der Mottenkiste geholt und haben arges im Sinn. Aber Ulysses, der die Gesichtsmaske auch beim Heiamachen nicht ablegt, empfiehlt sich wieder als Retter in der Not.

Nebenbei lässt er den Zuschauer aus dem Off an seinen Gedanken teilhaben. Aber sie tragen nichts zur Handlung bei. Die Gespräche mit den anderen Protagonisten im übrigen auch nicht. Da werden Sachverhalte geklärt und Schlüsse gezogen, Bösewichter verprügelt und die Welt gerettet. Dazwischen gibt es Sonnenbäder im Schneegestöber, ellenlange Fahrten im Cabrio und wirr inszenierte Kloppereien. Bei denen darf der anfangs undurchsichtige Tiki (Rob ´El Fuego´ Etcheverria) seine Prügelkunst im Stahlkäfig ausleben – mit untoten Sparringspartnern.

Lässig sind hier nur die Surf-Gitarren. Der Rest ist ein behäbiger und akut spaßfreier Mix aus Horror und Komödie. Der Zombie-Anteil beschränkt sich auf spärliche Beißattacken, bei denen die Komparsen im Blutfluss ihre mangelnde Motivation kaum überspielen können. Über schier unerträglich langatmige 76 Minuten dümpelt dies jegliche Höhen vermissen lassende Filmchen vor sich hin. Gefälliger Trash sieht anders aus. Entsprechend schwer sollte es „Zombie King and the Legion of Doom“ selbst bei den hartgesottensten Publikumskreisen haben.

Wertung: (2 / 10)

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