Zombie 4 – After Death (I 1988)

zombi4„Schaut mal, das Grab ist leer.“

„Hat seine Miete nicht bezahlt. Rausgeschmissen worden.“

Im Jahre 1988 war die Zombiethematik im Grunde gegessen und durch unzählige Videoproduktionen nahezu ausgereizt. Einer der letzten Ausläufer der südeuropäischen Genre-Welle war „After Death“, nach „Woodoo – Schreckensinsel der Zombies“ und „Zombie 3“ dritte inoffiziell kredenzte Fortsetzung zu George A. Romeros „Dawn of the Dead“. Darin ist alles beim alten, vor karibischer Kulisse flüchtet die obligatorische Laienschauspieltruppe vor kannibalistischen Untoten und faulem Zauber. Übrig bleibt keiner – nur die Gewissheit, dass der Reiz an der Schose endgültig Desinteresse gewichen ist.

Eine Bootsladung Ausflügler strandet auf einem gar gruslig Eiland. Die Toten künden bereits im Vorfeld ihren Unmut, erst recht aber als die ungebetenen Besucher sich breit machen. Mit einem Überlebenden zieht man sich in eine verlassene Krankenstation zurück und erwehrt sich Horden lebender Toter. Diese wurden Jahre zuvor von einem Voodoo-Priester erweckt, weil forschende Ärzte dessen Tochter nicht mehr zu retten vermochten. Nun stehen die Pforten zur Hölle sperrangelweit offen – und ausbaden müssen dies die wehrhaften Gestrandeten.

„Zombie 4“ ist so dumm, dass es geradezu schmerzt. Obwohl sich das Prozedere des Handlungsablaufs hinlänglicher Bekanntheit erfreut, verschont Regisseur Claudio Fragasso („Troll 2“) – hier unter dem Decknamen Clyde Anderson tätig – sein Publikum nicht vor dem erneuten Aufguss. Lose zusammengeflickt aus Versatzstücken von Romero bis Fulci bedient „After Death“ nur niederste Niveaustufen. Die Effekte sind bestenfalls durchschnittlich, die Inszenierung bleibt ohne erkennbaren Mehrwert. Der Gipfel ist das missratene Drehbuch, welches seinen Figuren Handlungsweisen bar jeden Funkens Verstand zumutet. Ganz zu schweigen von den ärmlichen Dialogen.

Die Helden des Films sind Prolo-Söldner, die nicht mal beim Bootsausflug auf Schießprügel und Schrotlader verzichten. Die Umstände der Zusammenkunft zwischen martialischen Aushilfs-Rambos und weiblicher Begleitung bleibt darüber im argen. Für eine handvoll unfreiwilliger Lacher ist „After Death“ noch zu gebrauchen, Schrecken verbreiten im Gegenzug nur die schauderhaften Darbietungen der „menschlichen“ Protagonisten. Selbst die eingeworfenen Zombies werden sich ihrer Funktion nicht recht gewahr. Ausgestattet mit variablem Tempo und vereinzelter Sprachfunktion reicht das Repertoire vom bewegungslosen Kugelfang bis zum agilen Hechtspringer.

Abseits ruppiger Goresequenzen ist hier nicht mal mehr für hartgesottene Genrefans etwas zu holen. Mimen wie Jeff Stryker („Mädchen für verbotene Spielchen, Teil 2“), Candice Daly („Winnetous Rückkehr“), Don Wilson („GI-Killer“), Massimo Vanni („Zombie 3“) und Jim Gaines („Dschungelratten“) werden in den aussichtslosen Kampf ums Überleben geschleudert. Chancen hat da niemand. Aber möglicherweise erklärt dies, warum „After Death“ innerhalb des Genres einen solch schlechten Ruf vertritt.

Wertung: (2 / 10)

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