Zeder – Denn Tote kehren wieder (I 1983)

zederDie Toten kehren zurück. Wieder einmal. Doch etwas ist anders bei „Zeder“ (Alternativtitel: „Revenge of the Dead“). Der Zombie-Mythos ist lediglich eine Randnotiz in Pupi Avatis (Autor von „Die 120 Tage von Sodom“) undurchsichtigen Mystery-Thriller, der seinem fantastischen Ansatz ohne ausgeprägtes Antwortspektrum folgt. Die relative Beiläufigkeit von Dramaturgie und Zuspitzung forciert eine subtil atmosphärische Dichte, die sich jedoch nur selten in klassischen Spannungsmustern oder gar Gewaltschocks entlädt. Der Film lebt von seiner übersinnlichen Konzeption und nimmt Stephen Kings Bestseller „Friedhof der Kuscheltiere“ in seinem Ausklang praktisch vorweg.

Auf der Welt existieren verschiedene geographische Sektoren, die außerhalb von Zeit und Raum liegen und die eine direkte Brücke zwischen Diesseits und Jenseits schlagen. In diesen sogenannten K-Zonen bestattete Leichen kehren auf wundersame Weise ins Leben zurück. Nur scheinen sie ihren Mitmenschen nicht mehr allzu wohl gesonnen. Erste Theorien gehen auf den Mönch Paolo Zeder zurück, dem ein Team von Wissenschaftlern im 1956 angesiedelten Prolog auf nachstellt, als sich in der südeuropäischen Provinz rätselhafte Morde häufen.

Weiter geht es in der italienischen Gegenwart des Jahres 1983. Der Student und erfolglose Schriftsteller Stefano (Gabriele Lavia, „Profondo Rosso“) bekommt von seiner Frau Alessandra (Anne Canovas, „Vincent & Theo“) eine gebrauchte Schreibmaschine geschenkt, deren Farbband seine Neugier weckt. Darin eingestanzt finden sich zwei Briefe, die ihn mit der Theorie der K-Zonen konfrontieren. Er beginnt Nachforschungen anzustellen und folgt der Spur eines verstorbenen Geistlichen, die ihn in ins Visier des eingangs eingeführten forschenden Geheimbundes bringen. Trotz der zunehmenden Gefahr denkt Stefano jedoch nicht daran aufzugeben.

Die Atmosphäre, getragen von Riz Ortolanis („Cannibal Holocaust“) stimmungsvollem Score und der erhabenen Kameraführung Franco Delli Collis („Todesmelodie“), nährt sich aus der Undurchsichtigkeit des schleichend erzählten Plots. Dessen Essenz erschließt sich auch am tragisch aufgeheizten Schlusspunkt nicht. „Zeder“ bleibt ein faszinierendes Rätsel, in dem die Überwindung des Todes mehr wissenschaftlich denn furchterregend aufbereitet wird. In seiner Entschleunigung fügen sich nicht alle narrativen Teile flüssig zusammen (vereinzelte Szenen wirken gar unfreiwillig komisch), es überwiegt jedoch die subtile Spannung und der Reiz des kaum zu Ergründenden.

Wertung: (7 / 10)

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