Zebrahead – Brain Invaders (2019, MFZB)

Eine Band für Feingeister waren ZEBRAHEAD nie. Eher schon eine für die kompromisslos feierwütige Klientel. Doch ungeachtet der gesteigerten Pennäler-Attitüde sind die kreativen Qualitäten des kalifornischen Quintetts unstrittig. Das beweisen die Alternative-Pop-Punks auch mit „Brain Invaders“, ihrem zwölften Langspieler im 23. Bestandsjahr, auf dem agiler denn je Stile vermischt und Genres gekreuzt werden. Was die Mannen um (Rap-)Sänger Ali Tabatabaee über die Dauer von 14 Tracks vorlegen, mutet ob der Fülle an Klangfarben fast wie ein explodierter Malkasten an. 

Im Vordergrund steht dabei, eigentlich wie immer, der Spaß an Leben und Musik. Allerdings werden auch ZEBRAHEAD älter, so dass sich zwischen all die Töne von der Sonnenseite des Seins (exemplarisches Beispiel: „Chasing the Sun“) auch ernstere Nuancen schleichen. Beste – und nahezu einzige – Beispiele sind „Take a Deep Breath (and Go Fuck Yourself)“ und „Better Living Through Chemistry“, bei denen Themen wie Konsumgier und Tablettenmissbrauch durchscheinen. Ungeachtet des Hintergrunds kann man sich bei ZEBRAHEAD jedoch stets auf eines verlassen: Langweile bleibt kategorisch ausgeschlossen.

Der Kern ihrer Musik besteht weiterhin aus poppigem, meist mit angenehmer Wucht geschmettertem Punk (primäre Anspieltipps: „All My Friends Are Nobodies“, „Party On the Dancefloor“ und „Do Your Worst“). Umgarnt wird dieser allerdings von bisweilen verschwindend kurzen Abstechern Richtung Metal, Alternative-Rock oder – bereits aufgrund des häufig einsetzenden Sprechgesangs – Rap. Beim krachenden „You Don’t Know Anything About Me“ schalten die Jungs gar den Ska-Core-Turbo. Von Stillstand kann da keine Rede sein.

Je nach Gusto reicht der Inspirationsspielraum von BLINK-182 über BEASTIE BOYS und RAGE AGAINST THE MACHINE bis hin zu CRAZY TOWN. Ein strahlend buntes Nebeneinander verschiedener Tonalitäten und Schubstufen, häufig innerhalb eines einzelnen Songs, bleibt auf „Brain Invaders“ damit garantiert. Feingeister dürften ZEBRAHEAD damit noch immer kaum erweichen. In Sachen Unterhaltungswert ist die Scheibe hingegen schwerlich zu schlagen.

Wertung: (7,5 / 10)

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