Yo-Yo Girl Cop (J 2006)

yoyogirlcop„Seid still, oder ich schlag jedem einzelnen von euch die Fresse ein.“ – Geizt nicht mit harten Worten: Saki

Japan deine Schuluniformen. Sie sind integraler Bestandteil des Teenageralltags und zugleich Markenzeichen der Comickultur. Auch Shinji Wada bediente sich der Einheitskleidung in seinem klassischen Werk „Sukeban Deka“, das Kenta Fukasaku („Battle Royale 2“) als „Yo-Yo Girl Cop“ 2006 neuerlich auf die Leinwand brachte. Der Anfang übersetzt den Thriller-Klassiker „Nikita“ in die Ästhetik der gezeichneten Bilder. Ein junges Ding (Popstar Aya Matsuura) sitzt in Abschiebehaft, weil sie eine Gruppe amerikanischer Polizisten krankenhausreif geprügelt hat.

Die Mutter, die in Japan früher als Informantin für den abgehalfterten Kazutoshi (Riki Takeuchi, „Deadly Outlaw: Rekka“) arbeitete, sitzt in New York wegen Spionageverdachts ein. In wenigen Tagen soll ihr Fall verhandelt werden. Um ihr durch die Heimatregierung Hilfe zukommen zu lassen, soll die wehrhafte Tochter in geheimer Mission eine Privatschule infiltrieren. Auf Geheiß der Organisation K, einer Sondereinheit, die Teenager zu Agenten ausbildet, wird sie unter dem Decknamen Saki in die Schülerschaft eingeschleust.

Sie soll herausfinden, was es mit dem Countdown einer mysteriösen Internetseite auf sich hat. Immerhin wurde eine Schülerin der Lehranstalt unlängst in der Öffentlichkeit in die Luft gesprengt. Bei ihren Nachforschungen legt sich die mit einem Jo-Jo bewaffnete Saki mit Reika (Rika Ishikawa) an, die die Schule fest im Griff hat. In Außenseiterin Tae (Yui Okada) findet sie eine Gefährtin – und zugleich den Schlüssel zum Geheimnis um die mysteriöse Website. Doch die Zeit drängt, schließlich planen Reika und Rädelsführer Kimura (Shunsuke Kubozuka) einen weiteren Bombenanschlag.

Der auf ein jugendliches Publikum zugeschnittene Actionfilm verfügt über hohen Trash-Appeal und einige Schauwerte, flacht nach rasantem Beginn, insbesondere bei der Ausführung der Hintergründe jedoch deutlich ab. Hauptdarstellerin Aya Matsuura macht eine gute Figur, wenn sie im aufziehenden Showdown Schuluniform gegen Lederoutfit tauscht und der schwer bewaffneten Gegnerschaft allein mit dem Jo-Jo zuleibe rückt. Mit der sinnfreien Teenie-Fantasy, die das in den Achtzigern erfolgreiche Franchise durchaus reizvoll wiederbelebt, kann man sicher seinen Spaß haben. Nur geht dem wüsten Genre-Mix einfach zu schnell die Puste aus.

Wertung: (5 / 10)

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