Yeti – Das Schneemonster (CDN/USA 2008)

yetischneemonsterDer B-Film und die Zottelwesen – keine Geschichte voller Missverständnisse, aber doch eine mit viel mehr Schatten als Licht. Ableger von Yeti, Bigfoot und Sasquatch trieben ab Ende der Siebziger vermehrt ihr filmisches Unwesen, boten neben haarigen Improvisationskostümen aber meist nur qualitativen Aderlass. Im neuen Jahrtausend erlebt auch diese Facette des Horror-Sujets ihre Auferstehung im Videothekenregal. Ohne wirkliche Reizpunkte. Als Beweis darf „Yeti – Das Schneemonster“ herangezogen werden, den Paul Ziller („Snakehead Terror“) im Rahmen der Maneater Series fürs US-Kabelfernsehen drehte.

Darin stürzt eine amerikanische Football-Mannschaft über dem Himalaya ab und landet schnell auf dem Speiseplan des haarigen Titelmonsters. Das darf bereits im 1972 angesiedelten Prolog ins Bild stürmen und zwei Eindringlinge fachgerecht zerlegen. Für den weiteren Verlauf bleibt dieser Auftakt aber ohne Belang. Hauptsache man konnte schon mal den Yeti zeigen, dessen Maske (bei Nahaufnahmen) immerhin handgemacht ist. Im Spurt oder beim beherzten Sprung über Stock und Stein wird er allerdings gewohnt mäßig am Rechner geschaffen.

Bei Sportskamerad Peyton (Marc Menard, „Ocean Ave.“), der sich schnell als Anführer hervortut, und seiner Flamme Sarah (Carly Pope, „Beneath“) sorgt die erst unsichtbare Gefahr für Skepsis. Ein Schneemonster? Ach was. Aber der pelzige Hüne schert sich nicht um den Unglauben seiner Opfer, gibt sich anfangs allerdings mit den tiefgefrorenen Leichen der beim Absturz getöteten Passagiere zufrieden. Als den Verbliebenen die Vorräte ausgehen, wird das Thema Kannibalismus – „Überleben“ lässt grüßen – ausgiebig und politisch (weitgehend) korrekt diskutiert. Manche würden lieber sterben als sich an den Verunfallten zu delektieren.

Produziert wurde der recht flotte Streifen von Action-Spezi Mark L. Lester („Extreme Justice“), der fraglos schon bessere Zeiten gesehen hat. Auf Grundlage seiner Ergüsse zieht der Überlebenskampf (inklusive Streitigkeiten in der Gruppe) zunehmend engere Kreise, bis der Bestie schließlich in direkter Konfrontation die Stirn geboten werden muss. Zwei Bergretter (u.a. der frühere „21 Jump Street“-Star Peter DeLuise) mischen auch noch mit und treiben den moderaten Blutverlust in die Höhe. Sicher hat man in diesem Bereich schon schlechtere Filme gesehen. Als Kompliment muss das aber nicht verstanden werden.

Wertung: (4 / 10)

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