Yakuzi – Thin Red Line (2008, Rookie Records)

yakuzithinredlineSchön, wenn eine Band nicht versucht mehr zu sein als sie eigentlich ist. Auf YAKUZI aus Pforzheim trifft dies zumindest zu. Der Begriff „Trompetenpunk“ mag nicht unbedingt schön sein, trifft den Nagel aber wohl irgendwie auf den Kopf. Und die Band selbst hat damit kein Problem, wurde doch die zweite EP aus dem Jahre 2002 genau so benannt. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2008 und mit „Thin Red Line“ erscheint das bereits dritte Album der Trompetenpunker.

Trompete muss allerdings nicht gleich Ska bedeuten, wie YAKUZI durchaus beweisen. Insofern sind Vergleiche mit Bands wie den MAD CADDIES gar nicht mal so angebracht. Die Wurzeln liegen nämlich eindeutig im Punk-Rock, Trompeten gibt es immer wieder oben drauf, ohne das diese aber zu offensiv eingesetzt werden. Von klassischen Ska-Elementen kann daher eigentlich nie die Rede sein. Wenn also Vergleiche, dann eher mit den britischen Punk-Rockern von SNUFF. Auch sie hatten stets einige nette Melodien mit an Bord, die Geschwindigkeit meist im Uptempo-Bereich und ließen zwischendurch immer wieder andere Stile mit einfliessen.

Ähnlich verhält es sich mit „Thin Red Line“, denn einige feine Songs haben auch YAKUZI zu bieten. „You Gonna Sing“ oder „7 Minutes“ zum Beispiel, um mal zwei der insgesamt vierzehn Songs zu nennen. Ein bisschen Leerlauf ist natürlich auch dabei, bleibt irgendwie aber nicht aus. Experimente spart man sich, bleibt stattdessen dem treu, was man kann. Ist ja auch nicht schlecht das Ergebnis, wenn manchmal auch der etwas zu deutsche Akzent der englischen Sprache einen Strich durch die Rechnung macht („How Dare You“). Live sicherlich noch mal eine Ecke besser als auf Platte, Stimmung verbreiten sie aber auch hier.

Wertung: (6 / 10)

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