Xavier Caféine – Giséle (2008, Opak Media)

xaviercafeinegiseleDie Franzosen haben Quoten für heimische Filmproduktionen im TV und nationale Musikkünstler im Hörfunk. Xavier Caféine ist Frankokanadier und bedient den gesetzlich verordneten Kulturnationalismus einfach von außen. Auf „Giséle“ vermengt der Allrounder britisch beeinflussten Indie-Rock mit Pop und garniert ihn mit elektronischen Dreingaben, die sich gern mal in Richtung New Wave neigen. Für die Texte greift er auf seine Muttersprache zurück, deren man als Hörer nicht zwangsläufig kundig sein muss, um sich von der heiter melancholischen Grundstimmung einnehmen zu lassen.

Caféines Stilmix ist eigen, bietet aber ausreichend Zugänge, um vor lauter wunderlichem Kopfkratzen nicht die Bewegung des Körpers zu vernachlässigen. Die Elemente sind, ob allein oder gebündelt, bewährt, so dass die Eingängigkeit als steter Begleiter nicht lange auf sich warten lässt. Über 15 Nummern, von denen lediglich eine in englischer Sprache gesungen ist, verschafft sich der Multiinstrumentalist ein angenehm eigenständiges Standbein und weiß auch den nötigen Charme auf seiner Seite. Zeitgemäßer Indie-Chic trifft zeitlosen Pop – eine Rezeptur ohne jedes Verfallsdatum.

Wertung: (7 / 10)

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