Wyrmwood: Road of the Dead (AUS 2014)

Die Apokalypse ist da. Mal wieder. Heraufbeschworen hat sie ein Kometenschauer mit schmucker Ansicht und tödlicher Wirkung. Denn plötzlich mutieren die Menschen zu tobenden Zombies. Verschont bleiben die wenigsten. Einer davon ist Handwerker Barry (Jay Gallagher), der mit Frau und Tochter versucht, der Gefahr zu entkommen. Platz genug dafür bietet Australien fraglos. Dass das Unterfangen trotzdem nicht glückt, ist schnell ersichtlich. Schließlich bleibt nur verschont, wer über eine bestimmte Blutgruppe verfügt. Barry ist das Glück hold. Im Gegensatz zu seinen Liebsten. Da hilft nur noch der erlösende Griff zur Nagelpistole.

Das klingt zunächst nach Schema F. Doch selbst wenn die meisten Elemente in Kiah Roache-Turners („Nekromancer“) per Crowdfunding finanziertem Debütfilm vertraut erscheinen, hebt sich der abgefahrene Low-Budget-Schocker wohltuend vom Gros der unzähligen Romero-Epigonen ab. Das liegt, neben dem gesteigerten Tempo, am grimmigen Humor und durchaus eigenwilligen Ideen. Zu diesen zählt das von den Zombies ausgestoßene Gas, das in der plötzlich aufbrandenden Endzeit als Treibstoff für Verbrennungsmotoren genutzt werden kann. Dass Roache-Turner obendrein nicht an (Pixel-)Blut spart, verdeutlicht bereits die Einleitung. In der erwehrt sich Barry mit einer Gruppe Schicksalsgenossen einer Bande Untoter, um sich eines Pick-Up-Trucks zu bemächtigen, der in bester „A-Team“-Manier zur rollenden Kriegsmaschine umfunktioniert wird.

Die neben Barry relevantesten Protagonisten sind der ulkige Aborigine Benny (Leon Burchill, „Stone Bros.“) und die toughe Brooke (Bianca Bradey, „Rendel“). Sie ist Barrys Schwester und als verbliebene Bezugsperson Grund genug, im aufziehenden Chaos nach ihr zu suchen. Das Problem dabei: Brooke wurde von Soldaten verschleppt und ins Versuchslabor eines verrückten, zwischen Zombies tanzenden Wissenschaftlers (Berynn Schwerdt) gebracht. Die Behandlung mit dem Blut von Untoten führt bei ihr jedoch dazu, dass sie die fleischfressenden Kreaturen kontrollieren kann.

Die Familienzusammenführung mit Barry gerät ob dieser „Z Nation“ vorwegnehmenden Wendung hübsch absurd. Doch funktioniert die Prämisse von „Wyrmwood“ vor allem deshalb so gut, weil Roache-Turner seine Figuren ungeachtet der regen Übertreibung ernst nimmt. Die einfallsreich stilisierte Genre-Variation versprüht den Charme früher Werke von Sam Raimi oder Peter Jackson. Entsprechend bildet der überschaubare Finanzrahmen kein Hindernis, um die eigensinnige Vision von Gewalt und Untergang Realität werden zu lassen. Eine insgesamt sehenswerte Ozploitation-Nachreichung mit stimmiger Atmosphäre, einsatzfreudigen Darstellern und platzenden Köpfen. Splatter-Herz, was willst du mehr?

Wertung: (6,5 / 10)

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