Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen (USA 2009)

wolkig-mit-aussicht-auf-fleischbaellchen„You may have seen a meteor shower, but I bet you‘ve never seen a shower ‚meatier‘ than this.“ – Stellt deutsche Synchronisationsautoren vor ernsthafte Probleme: Sam

Im dritten Anlauf gelang Sony Pictures Animation endlich der ersehnte Erfolg. „Jagdfieber“ und vor allem „Könige der Wellen“ waren weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben und setzten die 2002 gegründete Konkurrenz zu Pixar und Dreamworks mächtig unter Druck. Ein kalkulierbarer Erfolg musste her, der sich schließlich in der losen Adaption des Kinderbuches „Cloudy with a Chance of Meatballs“ (zu Deutsch: „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“) fand.

Mit Phil Lord und Chris Miller („Shrek der Dritte“) wurde ein ambitioniertes Regie-Duo verpflichtet, das die in Amerika populäre Vorlage von Judi und Ron Barrett in ein knallbuntes Leinwandabenteuer mit ausreichend Unterhaltungswert für jung und alt verwandelte. Die Geschichte rankt sich um Vollblut-Nerd Flint Lockwood, der auf einer kleinen Insel aufwächst, die sich auf der Weltkarte unmittelbar unter dem „A“ im Atlantischen Ozean befindet. Von seinen Mitschülern verspottet, will der kleine Flint als Erfinder großes erreichen. Doch das ist, geflügelte Ratten beweisen es, leichter gesagt als getan.

Jahre später ist der Markt für Sardinen, Hauptnahrungsmittel und wirtschaftliches Rückgrat der Inselpopulation, zusammengebrochen. Doch ausgerechnet der als wunderlicher Spinner verschriene Flint hat eine Lösung parat: Eine Maschine, die aus Wasser jedes gewünschte Essen zaubern kann. Während der Bürgermeister (im Original gesprochen von B-Ikone Bruce Campbell) die Krise mit der Eröffnung eines Sardinen-Themenparks zu meistern gedenkt, schlägt ein Pilotversuch der Erfindung fehl und katapultiert diese direkt in den farbenprächtig animierten Himmel.

Als es kurz darauf beginnt Cheeseburger zu regnen, schlägt die Wut der Einwohner (schließlich fiel der Sardinen-Freizeitpark Flints Eifer zum Opfer) in Jubelstürme um. Per Computer kann der plötzlich geachtete – und von der ebenfalls nerdigen Wettersprecherin Sam auch medial verbreitete – Erfinder die Maschine steuern. Doch mit Überkonsum und Massenverlangen gerät die Speisung außer Kontrolle. Bis die zu mutiertem Riesenwuchs neigenden Mahlzeiten die gesamte Region bedrohen. Mit Sam und seinem Hausaffen Steve, dessen meist einsilbige Gedanken durch einen Transmitter verbalisiert werden, wagt Flint den Rettungsversuch.

Rasant und mit zahlreichen Verweisen auf die technologisch nostalgischen Pioniertage der Achtziger gespickt, legt „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ ungeheures Tempo und überraschende Witzdichte vor. Dass sich diese nicht über die gesamte Spielzeit halten lassen, liegt neben der recht einfallslos abgehandelten Romanze zwischen Flint und Sam am Zwang des moralischen Zeigefingers. Etwas plump wettern die Macher gegen Überproduktion und Fast Food, finden im ideenreichen Finale aber zur Kurzweil des Anfangsdrittels zurück. Sicher kein Meilenstein und doch ein sehenswert animierter Filmspaß für die ganze Familie.

Wertung: (6,5 / 10)

scroll to top