Wolf Town (USA 2010)

wolf-townKann man einen Film ohne Budget aufgrund eines Mangels an Schauwerten kritisieren? Wohl kaum. Aber das entschuldigt längst nicht sämtliche Versäumnisse. Bereits mit „Bear“ hatte das Team um Roel Reiné („Death Race 2“) – als Regisseur hinter dem Pseudonym John Rebel verborgen – den Versuch unternommen, einen Survival-Thriller mit Schnürsenkelbudget zu realisieren. Die Mühen in Ehren, aber abseits des zähen Überlebenskampfes drückten vor allem die Reißbrettfiguren mit ihren überkonstruierten Privatproblemen auf die Qualitätsbremse. Bei „Wolf Town“, wiederum von Reiné gedreht, produziert und gleichsam fotografiert, wird immerhin dieser Lapsus ausgeräumt.

Nicht, dass die Charaktere nun ein Füllhorn an Realitätsnähe wären, aber die Basissympathie erleichtert doch zumindest eine grundlegende Anteilnahme. Spannend geraten ist allerdings auch dieser relativ ereignislose Beitrag zum Tier-Horror nicht. Und das wiederum ist keinesfalls allein auf die restriktiven finanziellen Mittel zurückzuführen. Der Plot rankt sich um Kyle (Levi Fiehler), der sich in Kommilitonin Jess (Alicia Ziegler) verknallt hat. Nur leider traut er sich nicht, sie um ein Date zu bitten. Abhilfe schaffen soll ein gemeinsamer Feldtrip ins verlassene Goldgräberstädtchen Paradise, zu dem sie neben Kyles Kumpel Ben (Max Adler) aber auch Jess’ Freund Rob (Josh Kelly) begleitet.

Vor Ort finden sie im halb verfallenen Saloon ein altes Tagebuch, das, wie auch der überflüssige einleitende Blick in die Westernzeit, von einem mörderischen Wolfsrudel kündet. Zuvor durfte Kyle im lichten Wald bereits auf einen Wildhund treffen und die bewährte subjektiven Kameraschwenks lassen die Gefahr auch bereits mehr als nur erahnen. Die anderen aber wollen ihm nicht so recht glauben. Das ändert sich erst, nachdem Ben angefallen und schwer verletzt wurde. Auch der Erlebnisbericht aus der Vergangenheit schafft Aufklärung. Das Wissen um die territoriale Beanspruchung der Raubtiere allein macht die Lage aber auch nicht weniger ausweglos.

Ein erster Fluchtversuch mit dem Auto scheitert daran, dass die Zündkabel durchtrennt wurden. Auch Jess’ Tasche mitsamt Mobiltelefon wurde von der Rückbank stibitzt. Von den immerhin echten Wölfen belagert, suchen Kyle und Leidensgenossen nach einem Ausweg. Der aber führt über verschiedene Szenarien von Verbarrikadierung und Zuflucht im nächsten Holzhaus in die Eintönigkeit, wobei Gegenwehr für die Protagonisten offenbar keine Alternative bietet. So dümpelt „Wolf Town“ zwischen Hoffen und Bangen der Figuren in steter Belanglosigkeit vor sich hin und bietet mit unpassend mythischer Note schlicht zu wenig Atmosphäre (oder handfeste Action), um das Mini-Budget vergessen zu machen.

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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