William Control – Noir (2010, Victory Records)

william-control-noirWill (oder wiL) Francis’ Ode an den 80’s-Pop geht in die nächste Runde. Neben anhaltenden Reminiszenzen in Richtung DEPECHE MODE bedient sich der Dark-Wave des AIDEN-Frontmannes vor allem bei der Electronic Body Music, kurz EBM. Dies kreative Phänomen der frühen Achtziger nahm bedeutenden Einfluss auf Wills zweite Soloplatte „Noir“, deren rückschauende Extravaganz bereits durch den Coverentwurf suggeriert werden soll. Aber minimalistisch repetetive Elektro-Sounds und halb-gesprochene Gesangsparts wirken allein auf dem Papier reizvoll. Denn nicht nur beim unsäglichen Elvis-Cover „Cant’t Help Falling in Love“ hat sich der eigenwillige Songschreiber komplett verzettelt.

Im Gegensatz zum Vorgänger „Hate Culture“ wirken die bestrebt kunstvollen Klagelieder aufgesetzt, in ihrer strukturellen Durchschaubarkeit schlimmer noch Monoton. Nach zwei langatmigen Intros taucht Will ins englische Nachtleben ein. Stimmung kommt nur selten auf. Die düsteren Texte, untermalt von immer wieder eingebrachten Sprachsamples, bergen einen Facettenreichtum, den die Musik vermissen lässt. „Noir“ wirkt mit aller Anstrengung auf Kunstfertigkeit ausgerichtet. Über die angestrengte Fokussierung treten Leichtigkeit und Experimentierfreude aber deutlich in den Hintergrund. WILLIAM CONTROL wird damit selbst zu Schnee von gestern.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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