Whippersnapper – Appearances Wear Thin (2002, Fueled By Ramen)

whippersnapper-appearances-wear-thinWer sich mit dem weitreichenden, schier unzählige Bands umfassenden Spektrum des Punk in seiner musikalischen Form beschäftigt, der wird mit Sicherheit eines schönen Tages auch über WHIPPERSNAPPER stolpern. Die in unseren Breitengraden relativ unbekannte Band aus dem sonnigen Kalifornien veröffentlichte mit „Appearances Wear Thin“ unlängst ihr viertes Album.

1992 gegründet, wurde die erste Platte in Eigenproduktion (später neu herausgebracht als s/t-Album auf Second Heaven) im zarten Alter von 16 (!) Jahren aufgenommen, als die gesamte Besetzung nicht einmal die High-School beendet hatte. Bereits kurze Zeit später folgte ein Plattenvertrag mit Lobster Records, bei dem die fünf ihre nächsten beiden Platten „America‘s Favorite Pastime” (1998) und „The Long Walk” (2000) veröffentlichten und sich in den Staaten durch ausgedehntes Touren eine beachtliche Fanbasis schufen.

Die neue WHIPPERSNAPPER-Scheibe, produziert von LESS THAN JAKE-Sänger und -Bassist Roger Lima, bringt, gemessen an den Vorgängern, einige einschneidende Veränderungen mit sich. Da wäre zum einen der Gesangspart von Frontmann Andy M., dessen körperlicher Reifeprozess sich allein anhand der stimmlichen Veränderungen erahnen lässt (man könnte fast denken, die Band hätte einen neuen Sänger), zum anderen die vom bisherigen, ziemlich poppigen Stil abweichende Annäherung an rockigere Gefilde. Im Jahre 2002 geht es bei WHIPPERSNAPPER druckvoller zu als bisher, dafür wurde allerdings das Tempo ein wenig gedrosselt.

So spielt man sich mal mehr, mal weniger ansprechend durch 12 gelungene Songs, die zwar keine echten Höhepunkte, aber auch keine Ausfälle vorzuweisen haben. Mich persönlich erinnert „Appearances Wear Thin” durchgängig an HORACE PINKER und deren letztes Album „Pop Culture Failure”. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, bleibt jedem selbst überlassen. Übermäßiges Hitpotential besaßen WHIPPERSNAPPER indes sowieso noch nie, so dass ihr vierter Streich für Freunde des Punk gepflegte Unterhaltung bietet. Definitiv kein „Must Have”, aber schon eine runde Sache.

Wertung: (6,5 / 10)

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