Wedlock (USA 1991)

wedlockEine Hochzeit der etwas anderen Art: Im soliden Thriller „Wedlock“ (Alternativtitel: „Deadlock“) werden die Gefangenen eines futuristischen Gefängnisses mit Sprengkrägen an der Flucht gehindert. Das Besondere dabei: Immer zwei Häftlinge sind durch das perfide technische Sicherheitssystem aneinander gekoppelt. Verlässt einer von ihnen die Sperrzone und die maximale Distanz wird überschritten, detonieren die beiden Sprengsätze automatisch. Da niemand weiß, mit wem er oder sie auf diese Weise verheiratet wurde, erscheinen Ausbruchsversuche zwecklos. Diamantendieb Frank (Rutger Hauer, „Blinde Wut“) wagt es trotzdem.

Wenn auch nur unfreiwillig, ist doch nicht er für die waghalsige Flucht verantwortlich, sondern die per Sprengkragen an ihn gebundene Tracy (Mimi Rogers, „Der Mann im Hintergrund“). Verdacht schöpft Frank zunächst nicht. Dabei sollte er es eigentlich besser wissen, schließlich ließen ihn die Geliebte Noelle (spielte mit Hauer auch in „Die Jugger“ und „Space Defender“: Joan Chen) und sein bester Freund Sam (James Remar, „Nur 48 Stunden“) nach einem spektakulären Bruch mit drei Kugeln im Leib zurück. Nur die Beute ergatterten sie nicht. Die brachte Frank im Vorfeld in Sicherheit.

Im Gegensatz zu ihm weiß der Zuschauer über die Hintergründe der Flucht und Tracys Rolle aber längst Bescheid. Immerhin bot Gefängnisdirektor Holiday (Stephen Tobolowski, „Glimmer Man“) dem zu 12 Jahren verknackten Dieb eine gemütliche Zeit hinter Gittern, wenn der ihm im Gegenzug das Versteck der Beute verrät. Um diese in die Finger zu bekommen paktiert er gar mit Noelle und Sam, die den Flüchtigen durch Tracys Hinweise dicht auf den Fersen bleiben. Da die Distanz zwischen den explodierenden Krägen aber weiterhin minimal gehalten werden muss, versucht Regie-Routinier Lewis Teague („Navy Seals“) vor allem auf diese Weise den Puls des Zuschauers zu beschleunigen.

Die unterhaltsame Variierung altbekannter Formeln und Klischees tendiert mit stattlichem Tempo zwischen Heist-, Knast- und Flucht-Thriller. Im Milieu der Gefangenen, darunter Basil Wallace („Zum Töten freigegeben“), Glenn Plummer („Thursday“) und Danny Trejo („From Dusk Till Dawn“), findet der Plot mit standesgemäßer Hackordnung und Repression im sargähnlichen Wasserbassin seine stärksten Momente. Doch auch der turbulente Ausbruch inklusive Näherung zwischen Frank und Tracy hat trotz Hauers furchtbar bunter Jacke genug zu bieten, um das handwerklich gelungene B-Movie bis zum Finale ansprechend zu gestalten. Vor allem aber dank der guten Besetzung taugt „Wedlock“ auch heute noch zum gediegenen Zeitvertreib.

Wertung: (6 / 10)

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