Wasting Away (USA 2007)

wastingaway„Wir sind Zombies, keine Immigranten!“

Zombie-Komödien sind keine Seltenheit mehr. Seit „Shaun of the Dead” und unlängst auch „Zombieland” sind sie sicher auch dem normalsterblichen Kinogänger ein Begriff geworden. Leider konnte man bisher in keinem von ihnen das Geschehen aus der Sicht der kannibalistischen Schleicher mit verfolgen. Doch diese Ungerechtigkeit hat dank „Wasting Away“ ein Ende. Und nicht nur das, der Film liefert endlich auch den Beweis: Zombies sind auch nur Menschen!

Weshalb die Toten eigentlich wieder herum kraxeln und das ´Essen gehen´ wortwörtlich nehmen, wird nicht selten ungeklärt gelassen. Selbst George A. Romero, der Demiurg des modernen Zombiefilms, gibt in seiner „…of the Dead“-Hexalogie keine Erläuterungsversuche für das apokalyptische Kadaverfest. Anderswo hingegen liegt ein auslösender Faktor mit dem Militär meist auf der Hand. Besonders Streitkräfte des Akronymstaates USA spielen da in der Oberliga mit. So auch in dieser ZomCom, wo die eben genannte Exekutive nichts Geringeres als den ultimativen Supersoldaten erschaffen möchte.

Klappt aber natürlich nicht, anstatt Captain America gibt es (wieder nur) Zombies. Dank einer schicksalhaften Verkettung unglücklicher Zufälle kontaminiert ein Fass zombiemachender Soße ein Bierfass vor dem Bowlingladen, in dem vier Freunde die Zeit totschlagen. Während Mike (Matthew Davies, „The Vampire Diaries”) seine Ex Vanessa (Julianna Robinson, „Star Trek: Starfleet Academy”) becirct, kann sein Kumpel Tim (Michael Terry, „Bones“) seiner Sandkastenliebe Cindy (Betsy Beutler, „Scrubs”) nicht seine Gefühle gestehen. Als Mike, der gerne merkwürdige Essenskreationen fabriziert, seinen Freunden die neue giftgrüne Eissorte „Bier-Vanille” zum Verzehr anbietet, geht alles schnell: Magenkrämpfe, Ohnmacht, Zombie!

Doch was sich bisher wie „Return of the Living Dead, Part XY” liest, kommt ganz anders. Das Quartett wundert sich, wieso die Welt plötzlich im Schnelldurchlauf dahin prescht, während sie selbst superstark geworden sind. Doch noch erstaunter sind sie, dass nur eine spezielle Fleischsorte ihren Hunger stillen kann. Menschenfleisch! Die Freunde treffen alsbald auf Nick Steele (Colby French, „Threat Matrix“), einen desertierten Soldaten, der über das Supersoldaten-Programm unterrichtet zu sein scheint. Dieser glaubt selbst einer zu sein, wie auch Mike und seine Truppe, doch der Rest der Stadt fiel einer grässlichen Seuche zum Opfer. Wenn sie wüssten…

Das geringe Budget sieht man „Wasting Away” in so ziemlich jeder Szene an. Allerdings konnten sich die Macher hier und da mit einfachen Mitteln behelfen, so etwa bei der Darstellung der Umwelt aus Sicht der Zombieclique. Erlebt man die Welt gerade aus dem zombiefizierten Modus, ist diese eine farbenfrohe Vorspulversion ihresgleichen. Die Sichtweise der Menschen hingegen präsentiert uns romero´sche Schwarz-Weiß-Tristesse. Die Zombies torkeln zuckend durch die Gegend, grunzen herum und versetzen alles in Panik. Witzig ist etwa die Szene anzusehen, in der sich Tim und Cindy das erste Mal küssen und die einmal in der Zombie- und dann natürlich in der Menschenversion gezeigt wird.

Doch auch dieser Effekt der Blickwinkeländerung verpufft allzu schnell in seiner Wirkung. Hinzu kommt noch ein gewaltiger Hänger im Mittelteil, so dass man als Zuschauer nicht unglücklich ist, selbst die Möglichkeit zu haben das Treiben auf dem Bildschirm in die Vorspulansicht zu versetzen. Mit einer moderaten Finanzspritze und einem Cast, der nicht überwiegend aus unbekannten TV-Akteuren besteht, hätte „Wasting Away” sicherlich eine bessere Chance gehabt, eine Instanz im ZomCom-Genre zu werden. Und auch wenn er sich schon seit mehr als zwei Jahren auf diversen Festivals ganz wacker hält, dürfte er bald nur noch Hardcore-Zombiefetischisten ein geläufiger Begriff sein. Oder kennt noch jemand „Fido” oder „Colin”?

Wertung: (4 / 10)

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