Walking With Strangers – Terra (2015, Burning Heart Records)

walking-with-strangers-terraMeine Fresse, was für ein Brett! Von der ersten Sekunde an springt „Terra“ von WALKING WITH STRANGERS dem Hörer aus den eigenen Boxen mitten auf die Brust wie ein zorniger Säbelzahnbär. Zornig, bedrückend und mit immensem Groove ballern sich die Schweden durch insgesamt zehn Tracks, nach denen kaum ein Stein auf dem anderen bleibt. Insgesamt klingt „Terra“ dabei wie eine Mixtur aus zeitgemäßer Core-Musik á la ARCHITECTS und nordischen Metal-Kapellen wie SOILWORK. Die fünf Musiker aus der Heimat des Saab (Trollhättan) vereinen glücklicherweise sogar das Beste beider Welten: Die technische Finesse des Metal ohne den Staub von Jeanswesten mit Maiden-Aufnähern und die Härte des Core ohne unnötige Bollo-Attitüde.

Dass einige Songs mehr in die eine oder andere Richtung tendieren, hält „Terra“ über weite Teile spannend, gleiches gilt für die immens dichte Atmosphäre, die WALKING WITH STRANGERS auf ihrem zweiten Longplayer entfalten. „Terra“ klingt majestätisch wie eine waldbewachsene Fjordlandschaft, aber gleichzeitig so bedrohlich als wäre in eben dieser Kulisse eine Horde Wölfe hinter dem Hörer her. Wem hierzu das entsprechende Kopfkino fehlt: Im sehr gelungenen Musikvideo zu „Echoes“ gibt es eine ähnliche Thematik auch noch einmal zum Anschauen. Insgesamt ist WALKING WITH STRANGERS mit „Terra“ ein sehr modernes, dichtes und mitreißendes Metalcore-Release gelungen, das wenn man überhaupt etwas daran aussetzen möchte nur noch einen Tick mehr Mut zu Experimenten mitbringen könnte.

Wertung: (8,5 / 10)

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