Walking Tall (USA 2004)

walkingtalltherockVon der wahren Geschichte des Ex-Wrestlers Buford Pusser, der das Gesetz in seiner idyllischen Heimatstadt einst in die eigenen Hände nahm, zeigte sich Hollywood bereits zu Beginn der 70er Jahre inspiriert. In „Walking Tall”, deutscher Titel „Der Große aus dem Dunkeln”, sorgte Joe Don Baker 1973 unter Zuhilfenahme seines Baseballschlägers für Recht und Ordnung. In den Jahren 1975 und ’77 übernahm Bo Svenson das Zepter der Rache, welches 1981 gar in eine gleichnamige Fernsehserie transferiert wurde. Und weil strahlende Episoden der guten alten amerikanischen Do-it-yourself-Mentalität selten ihre Halbwertszeit überschreiten, erfuhr der Stoff neuerliche Auswertung in zeitgemäßer Umsetzung.

Nach acht Jahren Militärdienst kehrt Chris Vaughn (Dwayne Johnson) in seine Heimatstadt zurück, um seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dabei muss er jedoch feststellen, dass nichts mehr so ist wie früher. Das örtliche Sägewerk, Chris’ ehemaliger Arbeitsplatz, ist einem Spielcasino gewichen, Umschlagplatz für Drogen, schnellen Sex und Brutstätte übergreifender Korruption und Kriminalität. Drahtzieher dieser unterjochenden Tyrannei ist Vaughns Jugendfreund Jay Hamilton (Neal McDonough, „Timeline”). Bei einem Besuch des lukrativen Amüsierbetriebs deckt Chris Betrügereien der Belegschaft auf, woraufhin er von Hamiltons Handlangern fast totgeschlagen wird.

Als nach seiner Genesung auch noch der Filuis seiner Schwester nach übermäßigem Drogenkonsum ins örtliche Krankenhaus eingeliefert wird, platzt Chris endgültig der Kragen. Mit einem Kantholz bewaffnet mischt er die Sicherheitskräfte des Casinos auf und verwüstet das Inventar der Spielhölle. Vom korrupten Polizeiapparat festgesetzt und vor Gericht gezerrt, wird der mutige Aufwiegler aufgrund eines wütenden Plädoyers freigesprochen und kurzerhand zum Sheriff gewählt. Zusammen mit seinem langjährigen Freund Ray Templeton (Johnny Knoxville, „Men in Black II”) schickt sich Vaughn unter dem Segen staatlicher Exekutive an, die organisierte Kriminalität in seinem Bezirk ein für allemal auszumerzen.

Dass die Realität beizeiten durchaus amüsante Seitenhiebe bereit hält, belegt die Verpflichtung des ehemaligen Wrestlingsportlers Dwayne „The Rock” Johnson für die Verkörperung einer auf der Person des Ex-Ringers Buford Pusser basierenden Figur. Den mimischen Gegebenheiten seines Hauptakteurs angeglichen, beschränkt Regisseur Kevin Brays („All About the Money”) seine Version von „Walking Tall” auf Keilereien und markiges Zähnefletschen und in Visagen platzierte Fäuste. Optisch ordentlich aufgemöbelt und gespickt mit brutalen Prügeleien, pendelt der Film durchgängig zwischen launigem Popcorn-Actioner und bierernster Selbstjustizposse. Frei nach dem altbewährten ‘Auge um Auge’-Prinzip holpert der Streifen über eine Buckelpiste perfider Moralvorstellungen und ergeht sich in unvorteilhafter Verherrlichung gewaltsamer Gegenwehr.

Uninspiriert und kaum überzeugend verkörpert, verschwimmen so die Grenzen zwischen schnörkellosen 80er-Actionern á la „Der City-Hai” und zünftigen Kneipenschlägereien. Als schmerzhaft dümmlicher Sidekick des furchtlosen Recken fungiert „Jackass”-Kultdümmling Johnny Knoxville. „The Rock” als neuen Stern am Actionhimmel etablieren zu wollen, erweist sich mit steigender Anzahl kläglich rentabler Leinwandausflüge als zunehmend beschwerlich. Aller Kurzweil von rasanten Genrefilmen wie „The Scorpion King” und „Welcome to the Jungle” zum Trotze dürfte sich die ideologische Reanimierung von Charles Bronsons „Death Wish” nur bedingt förderlich auf die Karriere Johnsons auswirken.

Wertung: (5 / 10)

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