Walk Hard: Die Dewey Cox Story (USA 2007)

walkharddeweycoxÜberdrehte Parodie, liebenswerte Hommage und humoristischer Rohrkrepierer. All das ist „Walk Hard: Die Dewey Cox Story“. Regisseur Jake Kasdan („Nix wie raus aus Orange County“) und Co-Autor Judd Apatow („Beim ersten Mal“), die gemeinsam auch produzierten, lieben Musikfilme. In Interviews wurden sie nicht müde, dies zu erwähnen. Der Musik an sich, dem Rock ´n Roll und seinen Helden im Besonderen haben sie nun auf ihre Art ein Denkmal gesetzt. Der fiktive Dewey Cox, herrlich tranig gespielt von John C. Reilly („Ricky Bobby“), ist also Mittel zum Zweck, der Ehrerbietung wie gleichwohl der Verballhornung.

Er darf all jene Schlüsselmomente durch den Kakao ziehen, die verbürgte Bühnenstars in ihren Biopics, allen voran auf „Walk the Line“ und „Ray“ wird Bezug genommen, durchlebt haben. Bis es aber so weit ist, schlägt er in der Kindheit versehentlich den musikalisch versierten Bruder mit einer Machete in zwei Teile. Der Vater wird ihn daraufhin verstoßen, schließlich sei, so sagt er, der falsche Sohn gestorben. Bei dieser Meinung bleibt er, bis Dewey ihn Jahrzehnte später bei einem Klingenduell ebenfalls zerteilt. Eine wahrhaft schneidige Aussöhnung.

Wie im Zeitraffer rauschen die Dekaden vorbei, wenn Dewey die Karriere als Sänger und Songschreiber ankurbelt, einen großen Hit schreibt, den Drogen verfällt und die erste Ehefrau verschleißt. Bis er in Darlene (Jenna Fisher, „The Office“) die Gefährtin fürs Leben findet. „Walk Hard“ ist eine Art Blaupause der Musikerbiographien, eine Datensammlung vergangener und bestehender Klischees, die sich aus realen Erfahrungswerten speist. Dafür steht auch das Treffen mit den zerstrittenen Beatles in Indien, unter denen sich mit Jack Black und Jason Schwartzman prominente Chargen finden.

Das große Plus des Films ist die Detailverliebtheit der Ausstattung, die sich ebenso großzügig bei den Gaststars aus der Musikbranche – unter anderem treten Lyle Lovett, Eddie Vedder und Jim White in Erscheinung – gibt. In Ermangelung echter Komik aber scheitert die Parodie. Der Großteil der ironischen Possen schießt ins Leere, wenn Dewey im Zorn wiederholt Waschbecken von der Wand reißt oder der Humor (zumindest im englischen Original) auf Kosten seines Nachnamens geht. So überspitzt der Film denn auch angelegt ist, die Erfolgsgeschichte des sympathischen Dummkopfs Dewey Cox ist einfach kein echter Hit.

Wertung: (4 / 10)

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