Vier Fäuste gegen Rio (I 1984)

vierfaeusterioWer träumt nicht von einem ungeheuer reichen Doppelgänger, in dessen Rolle man mal eben für eine Woche schlüpfen und dessen maßlosen Reichtum man in vollen Zügen genießen darf? Und wenn dabei zusätzlich noch eine Million Dollar rausspringt, wer würde da nein sagen? In eben diese Situation geraten Greg Wonder (Bud Spencer) und Elliot Vance (Terence Hill). Greg, gerade auf Knastfreigang, verdient sich sein täglich Brot als Saxophon-Spieler in der Blues-Stadt New Orleans, während sich Elliot als Stuntman durchs Leben schlägt. Ihre Lage ändert sich schlagartig, als sie von einer Doppelgänger-Agentur beauftragt werden, die beiden Cousins Antonio und Bastiano Coimbra (ebenfalls Bud Spencer und Terence Hill) in deren Heimatstadt Rio de Janeiro zu vertreten.

Die beiden schwerreichen Unternehmer stehen vor dem Abschluss eines hochdotierten Geschäfts, befürchten aber deswegen ins Visier einer zu allem bereiten Untergrundorganisation zu geraten. Deswegen ziehen sich die beiden peniblen Millionäre für die Zeit bis zur Vertragsunterzeichnung nach New York zurück und überlassen Greg und Elliot das Feld. Dass diese sich nicht ohne aufzufallen in das Nobel-Leben der Cousins einfügen, dürfte klar sein. Es folgen gewohnt kultivierte Kommentare zum ungewohnten sozialen Terrain („Ne Harfe ist so’n Gartenzaun wo man reingrabscht“), aus denen Hill wie gewohnt als arschcooler Hengst herausragt.

Auf diese Art bringt er natürlich auch Leben in die platonische Beziehung zwischen seinem Identitätsgeber Bastiano Coimbra und der hübschen Donna Olympia Chavais (April Clough). Und während Bastiano und Antonio im fernen New York dazu verdammt sind, das Treiben ihrer Vertreter über die Presse fassungslos zu verfolgen, machen sich Greg und Elliot daran, im Untergrund von Rio mächtig aufzuräumen und den Drahtzieher des Komplotts ausfindig zu machen. Dabei ist „Vier Fäuste gegen Rio“ (auch „Double Trouble“ betitelt) eines der letzten wirklich erfolgreichen gemeinsamen Werke von Bud Spencer und Terence Hill.

Lustig ist das Vorhaben, die beiden Überlebenskünstler in eine gehobene Gesellschaftssparte einzuführen. Jedoch wäre eine breitere Aufzeigung der gewaltigen Gegensätze sicher nicht verkehrt gewesen. Des weiteren fährt Regisseur Enzo Barboni (hier wieder als E.B. Clucher aufgeführt) eher die Light-Variante, was die klassischen Prügelszenen angeht. Zwar macht es „piff“ und „tschack“, wie man es von den Prügelbarden gewohnt ist, doch hat man in der Vergangenheit schon schönere und vor allem besser frequentierte Fausttänze gesehen. Für Fans ist das natürlich ein Muss und auch die Tatsache, dass Greg und Elliot hier des öfteren im Doppelpack mit ihren Cousins im Bild erscheinen, fährt Pluspunkte ein. Allerdings muss man unterm Strich sagen, dass Bud Spencer und Terence Hill schon in muntererer Verfassung über die Leinwand tollten.

Wertung: (6 / 10)

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