Versus (J/USA 2000)

versus-2000Für Filmfreunde ist es unbestrittene Tatsache, dass die Asiaten immer noch die abgefahrendsten und krassesten Streifen auf die Menschheit loslassen. Mit „Versus”, bereits im Jahre 2000 vom japanischen Regisseur Ryuhei Kitamura inszeniert, reiht sich wieder einmal ein Film in die „Gore-reiche” Tradition kultiger Schundwerke wie „Story of Ricky” oder „Wild Zero” ein.

Abseits der menschlichen Vorstellungskraft existieren 666 Portale, die unsere mit der spirituellen Welt verbinden. Das 444. dieser Portale, genannt der „Wald der Wiederauferstehung”, existiert in Japan. Dort treffen der frisch ausgebrochene Sträfling KSC2-303 (Tak Sakaguchi) und ein Kumpan auf einige Männer, die die beiden ursprünglich auflesen und in Sicherheit bringen sollten. Doch die Angelegenheit verkompliziert sich, als die finstren Schergen den Ausbrechern eine entführte junge Frau präsentieren, die wie sie selbst Teil eines perfiden Planes darstellen.

Nach einer heftigen Auseinandersetzung flieht 303 mit der Frau in den unheimlichen Wald, dicht gefolgt von den verbliebenen Gangstern. Doch im Unterholz lauert das Grauen in Gestalt von Untoten, ruhelose Seelen auf der Jagd nach lebendigem Fleisch. So beginnt ein erbitterter Kampf auf Leben und Tot und die Erfüllung einer uralten Prophezeiung, die angeblich Allmacht verleihen soll. Doch wird den Protagonisten erst im Laufe der Geschichte klar, welche Rollen sie in diesem Spiel zu tragen haben.

„Versus” ist ein wilde Achterbahnfahrt, eine blutrünstige Reise durch verschiedene Genres. Dabei kommen Zombie-Metzeleien in der Tradition George A. Romeros ebenso zum Einsatz wie Shootouts im Stile eines John Woo oder Martial-Arts-Fights unter zuhilfenahme von Fäusten und Schwertern. Ebenso werden Peter Jackson-Splatter-Elemente und einige Kameraideen von Sam Raimi miteinbezogen und übernommen. Sicherlich nichts für Freunde anspruchvoller Unterhaltung, denn im Vordergrund stehen vielmehr die zahlreichen Scharmützel, in deren Verlauf mit Blut wahrlich nicht gespart wird. Und wie es sich für einen anständigen Streifen aus Fernost dieser Machart geziemt, darf der Trash-Anteil natürlich nicht zu kurz geraten. Da tauchen z.B. mitten im Geschehen neue Charaktere auf, die man als Zuschauer kaum in Einklang mit dem bisher gesehenen bringen kann, und die einem sofort als alte Bekannte präsentiert werden.

Im Laufe der fast zweistündigen Geschichte gleiten Regisseur Kitamura („Heat After Dark”) allerdings manche Handlungsstränge mehr und mehr aus den Fingern, so dass „Versus” im Gesamtbild gut eine halbe Stunde zu lang wirkt. Spaß macht der Film trotzdem, auch wenn die deutsche Fassung passagenweise stark gekürzt ist. Sicherlich eine nette Abwechslung zum drögen Hollywoodeinerlei, im Endeffekt aber nur eingefleischten Genrefans zu empfehlen.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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